Thurgau Travel Deutschland verzichtet vorerst auf Treibstoffzuschläge bei Flussreisen. Das Unternehmen reagiert damit auf steigende Energiepreise infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, ohne die Mehrkosten an den deutschen Markt weiterzugeben. Während zahlreiche Anbieter bereits Zuschläge von bis zu 90 Euro pro Person und Woche verlangten, setzt der Berliner Veranstalter nach eigenen Angaben auf Preisstabilität und Planungssicherheit.
Geschäftsführer Tim Starke begründet den Schritt mit dem Anspruch, Reisepartnern und Kunden in einem angespannten Marktumfeld Verlässlichkeit zu bieten. Zwar treffe der Anstieg der Energiepreise auch Thurgau Travel, doch wolle das Unternehmen Preisschwankungen derzeit nicht vorschnell weiterreichen.
Uneinheitlicher Kurs in der Branche
In der europäischen Flusskreuzfahrt geht die Branche unterschiedlich mit den Zusatzkosten um. Einige Veranstalter haben Treibstoffzuschläge bereits fest in ihre Preisstruktur für 2026 und 2027 aufgenommen, andere reagieren kurzfristig auf die volatile Entwicklung der Energiepreise. Solche Zuschläge gelten in der Branche als übliches Instrument und sind meist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgesehen.
Thurgau Travel Deutschland verfolgt nach eigenen Angaben bewusst einen anderen Ansatz. Das Unternehmen stützt diese Entscheidung auf eine engere Abstimmung mit Reederei-Partnern, eine effizientere Routenplanung, eine hohe Auslastung der Flotte und laufende Verbesserungen in den operativen Abläufen. Als Teil der Schweizer Muttergesellschaft verweist der Anbieter zudem auf eine moderne Flotte und auf ein Qualitätsversprechen, das mit Verlässlichkeit, Präzision und nachhaltigem Wirtschaften verbunden sei.
Markt wächst, Wettbewerb nimmt zu
Zugleich bereitet sich Thurgau Travel auf einen wachsenden Markt mit steigenden Ansprüchen vor. Nach Unternehmensangaben steigt in Europa die Nachfrage nach thematisch spezialisierten Reisen und hochwertigen Erlebniskonzepten. Deshalb investiere der Veranstalter gezielt in neue Reiseformate, um sich im Wettbewerb weiter zu differenzieren.
Mit Blick auf die eigene Entwicklung verweist das Unternehmen auf frühere Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch. Durch ressourcenschonende Routenplanung und geschultes nautisches Personal habe Thurgau Travel den Verbrauch bereits gesenkt. Im zweiten Nachhaltigkeitsbericht für 2024 weist das Unternehmen eine CO₂e-Reduktion von 10 Prozent aus. Hinzu komme eine Flotte, deren Schiffe auf Rhein und Donau den Green-Award-Status tragen; das Flaggschiff MS Thurgau Gold erhielt den Gold-Status. Für 2027 ist zudem die Indienststellung der neuen MS Thurgau Avanti geplant.
Thurgau Travel mit Sitz in der Schweiz bietet seit mehr als 25 Jahren Flusskreuzfahrten an und ist seit 2022 mit Thurgau Travel Deutschland in Berlin vertreten. Das Angebot für den deutschen Markt umfasst nach Unternehmensangaben mehr als 40 Routen in über 16 Ländern.













