MSC Cruises hat nach eigenen Angaben als erste Reederei eine unabhängige Verifizierung tatsächlicher Methanemissionen ihrer Schiffe durch den Flaggenstaat im Rahmen der FuelEU Maritime Verordnung erhalten. Die Zertifizierung der MSC World Europa und MSC Euribia erfolgte in Zusammenarbeit mit Bureau Veritas Marine & Offshore.
Die EU-Verordnung FuelEU Maritime regelt die Treibhausgasintensität von Kraftstoffen im Schiffsverkehr innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums. Durch die Verifizierung kann MSC Cruises künftig gemessene Emissionswerte statt pauschaler Standardannahmen melden.
Werte unter den Grenzwerten
Nach Angaben des Unternehmens erreichte die MSC World Europa einen Methan-Schlupf-Wert von 1,67 Prozent, die MSC Euribia kam auf 1,48 Prozent. Beide Werte liegen unter dem in FuelEU Maritime vorgesehenen Standardwert von 3,1 Prozent für Dual-Fuel-LNG-Motoren.
Beim sogenannten Methanschlupf entweicht unverbranntes Methan aus LNG-Motoren in die Atmosphäre. LNG gilt zwar als vergleichsweise emissionsarmer Schiffskraftstoff, doch austretendes Methan beeinflusst die Klimabilanz negativ. Deshalb gewinnt die genaue Messung dieser Emissionen in der Schifffahrt zunehmend an Bedeutung.
MSC Cruises sieht in den verifizierten Daten eine Grundlage für präzisere Emissionsberichte gegenüber Behörden. Michele Francioni, Chief Energy Transition Officer bei MSC Cruises, erklärte: „Indem wir Standardannahmen durch unabhängig verifizierte Daten ersetzen, die auf der tatsächlichen Schiffsleistung basieren, stärken wir die Genauigkeit und Glaubwürdigkeit des Emissionsreports im Rahmen von FuelEU Maritime.“
Messungen nach IMO-Richtlinien
Die Verifizierung basierte auf einer Messkampagne gemäß der IMO-Resolution MEPC.402(83) und den FuelEU-Leitlinien. Dazu gehörten Abgasmessungen an Bord sowie Verfahren zur Überwachung der Motorlast.
Bureau Veritas prüfte anschließend die Borddokumentation und validierte die Berechnungsmethodik für den Methanschlupf. Danach stellte die Organisation eine Konformitätserklärung aus, die die Übereinstimmung mit den Anforderungen des EU-Emissionshandelssystems und von FuelEU Maritime bestätigt.
Nach Darstellung von MSC Cruises soll das Verfahren künftig als regulatorischer Weg für andere Kreuzfahrtunternehmen dienen. Ziel sei es, theoretische Emissionsschätzungen durch verifizierte Betriebsdaten zu ersetzen.













