30 Jahre AIDA: Kreuzfahrtbranche diskutiert Zukunft in Berlin

In Berlin sprach die Reederei mit Vertretern aus Politik, Verbänden und maritimer Wirtschaft über Landstrom, neue Kraftstoffe, Modernisierung und die Bedeutung der Branche für Häfen und Regionen.

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AIDA Cruises nutzt sein 30-jähriges Bestehen für eine Debatte über die Zukunft der Kreuzfahrt. Auf Einladung der Reederei kamen am 7. Mai Vertreter aus Politik, Verbänden und maritimer Wirtschaft in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin zusammen. Rund 120 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.

Im Sommer 1996 wurde das erste Schiff von AIDA getauft. Seitdem hat die Marke den deutschen Kreuzfahrtmarkt stark geprägt. AIDA setzte früh auf ein ungezwungenes Bordkonzept, öffnete die Kreuzfahrt für breitere Zielgruppen und machte den Urlaub auf See für viele Reisende erstmals attraktiv. Nach Angaben des Unternehmens waren bisher rund 17 Millionen Gäste mit AIDA unterwegs. Die Flotte umfasst derzeit elf Schiffe. Zwei Neubauten sollen 2030 und 2031 folgen.

Felix Eichhorn, Präsident von AIDA Cruises, sagte in Berlin: „Wir haben die Kreuzfahrt in Deutschland entstaubt und demokratisiert. Unsere Reisen verbinden Menschen, Regionen und bringen neue Perspektiven. Auch zukünftig entwickeln wir die Kreuzfahrt weiter und denken sie neu.“

Landstrom, neue Kraftstoffe und Modernisierung

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie die Kreuzfahrt in Zeiten ökologischen und gesellschaftlichen Wandels bestehen kann. Eichhorn betonte, die Erwartungen an Reisen seien gestiegen. Die Branche müsse Verantwortung für Gäste, Crews, Umwelt, Klima, Häfen, Städte und die Menschen in den Zielgebieten übernehmen. Akzeptanz entstehe dort, wo wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Anforderungen zusammenpassten.

AIDA verweist dabei auf Investitionen in die Flotte und die Infrastruktur in den Häfen. Beim Landstrom sieht sich das Unternehmen als Vorreiter. Die Reederei nutzt die Technik nach eigenen Angaben überall dort, wo Häfen sie anbieten. Für 2026 plant AIDA mehr als 600 Landstromanläufe. Das entspricht etwa dem Zehnfachen des Werts von vor drei Jahren. Aktuell können AIDA-Schiffe in 17 Häfen in neun Ländern während der Liegezeit Landstrom beziehen.

Auch technisch beabsichtigt die Reederei, ihre Flotte weiterzuentwickeln. LNG dient weiterhin als Brückentechnologie. Die Schiffe sind laut Unternehmen bereits für den Einsatz von Bio- und E‑Fuels vorbereitet. AIDAprima fährt mit dem derzeit größten Batteriesystem der Kreuzfahrtbranche. Zudem modernisiert AIDA sieben Schiffe mit Blick auf Energieeffizienz, Technik und Gästekomfort. In das Programm AIDA Evolution investiert das Unternehmen rund 700 Millionen Euro. Es ist das größte Modernisierungsprogramm der Unternehmensgeschichte.

Politik betont Bedeutung für den Standort

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hob die Rolle von AIDA für den maritimen Standort hervor. Das Unternehmen sei eine „Erfolgsgeschichte made in MV“ und ein wichtiger Markenbotschafter des Landes. AIDA wirke als Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und Impulsgeber für Innovationen im maritimen Umfeld.

Auch die Bundesregierung sieht die Kreuzfahrt als Teil der maritimen Wertschöpfung. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, bezeichnete die maritime Wirtschaft als Wachstumsbranche für Deutschland. Die Kreuzfahrt spiele dabei eine wichtige Rolle. AIDA sei seit 30 Jahren Innovationstreiber, großer Arbeitgeber und Impulsgeber für Häfen, maritime Zulieferer und nachhaltige Entwicklung.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche unterstrich AIDA mit Verweis auf eine Studie der Hansestadt Hamburg. Danach erzeugt jeder Anlauf eines Kreuzfahrtschiffes im Hamburger Hafen rechnerisch eine Wertschöpfung von 2,7 Millionen Euro. Nach Einschätzung des Unternehmens gilt Ähnliches für Mecklenburg-Vorpommern. „Wo Kreuzfahrt verantwortungsvoll gestaltet wird, schafft sie Wertschöpfung, sichert Beschäftigung und eröffnet Perspektiven“, sagte Eichhorn.

Neben Flottenentwicklung und Standortpolitik stellte AIDA auch sein gesellschaftliches Engagement heraus. Mit AIDA Cruise & Help unterstützt die Reederei seit 2019 weltweit Bildungsprojekte. In Mecklenburg-Vorpommern fördert AIDA unter anderem die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und die Rostock Seawolves. In Hamburg engagiert sich das Unternehmen bei der Elbphilharmonie, beim Hamburger SV sowie bei sozialen Initiativen wie DER HAFEN HILFT. Der Verein erhielt zuletzt 14.000 gut erhaltene Möbel von AIDAdiva, AIDAluna und AIDAbella für soziale Einrichtungen.

30 Jahre AIDA in Zahlen

Die Bilanz nach drei Jahrzehnten fällt umfangreich aus. Seit 1996 liefen AIDA-Schiffe 478 Häfen in 120 Ländern an. Rund 17 Millionen Gäste verbrachten zusammen 145 Millionen Nächte an Bord. Das kulinarische Angebot prägten bislang 40 renommierte Starköche. Die längste Reise eines Gastes dauerte 206 Tage.

AIDA Cruises ist nach eigenen Angaben Marktführer für Kreuzfahrten in Deutschland und gehört zur Carnival Corporation & plc. Das Unternehmen beschäftigt 18.000 Mitarbeiter aus 60 Ländern. Am Hauptsitz in Rostock arbeiten rund 1.300 Menschen. Die Reederei bezeichnet sich damit als größten privaten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern.

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