Costa Concordia: Ein schwarzer Freitag vor 10 Jahren sorgte für mehr Sicherheit

Heu­te jährt sich das Cos­ta Con­cordia-Unglück zum 10. Mal. Am Abend des 13. Janu­ar 2012, einem Frei­tag, kol­li­diert die Cos­ta Con­cordia mit einem Fel­sen vor der ita­lie­ni­schen Insel Giglio. Das hava­rier­te Schiff sinkt teil­wei­se, 32 Men­schen sterben.

Schon kurz nach dem Unglück for­dert die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on stren­ge­re Regeln für die Sicher­heit an Bord von Passagierschiffen.

Reaktion auf die Costa Concordia-Katastrophe

Der Schiffs­si­cher­heits­aus­schuss (MSC) der Inter­na­tio­na­len Schiff­fahrts­or­ga­ni­sa­ti­on IMO emp­fiehlt bereits im Mai 2012 vor­läu­fi­ge Sicher­heits­an­pas­sun­gen für Fahrgastschiffe.

Die für Pas­sa­gie­re deut­lichs­te Ände­rung betrifft die Ret­tungs­übung (Mus­ter-Drill). Die­se muss nun spä­tes­tens 24 Stun­den vor dem Able­gen durch­ge­führt wer­den. Dabei muss die Anwen­dung der Ret­tungs­wes­te detail­liert erklärt wer­den. Außer­dem müs­sen fort­an Ret­tungs­wes­ten auch an den Mus­ter­sta­tio­nen vor­han­den sein.

Auch für die Füh­rung eines Schif­fes gibt es neue Rege­lun­gen. So sol­len wäh­rend Situa­ti­on erhöh­ter Wach­sam­keit nur die Per­so­nen Zugang zur Brü­cke haben, die für ent­spre­chen­de Manö­ver nötig sind. Ablen­kun­gen sol­len ver­mie­den wer­den. Wei­te­re Emp­feh­lun­gen beinhal­ten Regeln zur Pas­sa­gier­re­gis­trie­rung, Sicher­heits­trai­ning der Crew und Über­wa­chung der Kurs- und Reiseplanung.

Alle Ree­de­rei­en über­neh­men nach Bekannt­ma­chung die­se Emp­feh­lun­gen. Recht­lich bin­den wer­den sie erst später.

Im Juni 2013 ver­ab­schie­det der MSC dann eine Ände­rung der SOLAS-Regel III/19, die vor­sieht, dass neu ein­ge­schiff­te Fahr­gäs­te vor oder unmit­tel­bar nach dem Aus­lau­fen statt „inner­halb von 24 Stun­den“ den Mus­ter-Drill absol­vie­ren müs­sen. Die Ände­run­gen tre­ten am 1. Janu­ar 2015 in Kraft.

Zwei Jah­re danach ver­ab­schie­det der Sicher­heits­aus­schuss wei­te­re Ände­run­gen der Safe­ty of Life at Sea-Regeln (SOLAS), die am 1. Janu­ar 2020 ver­bind­lich wer­den. Dazu zäh­len unter ande­rem eine neue Eva­ku­ie­rungs­pla­nung, die Staus von Pas­sa­gie­ren ver­mei­den soll, siche­re Kapa­zi­tä­ten für Satel­li­ten-gestütz­te Schiffs­über­wa­chung und Richt­li­ni­en für die Sicher­heit und Betriebs­fä­hig­keit von Rettungsbooten.

Schiffsleitstelle für Costa-Schiffe

Fleet Operations Centrum, Hamburg. Foto: © Carnival Maritime
Fleet Ope­ra­ti­ons Cen­trum, Ham­burg. Foto: © Car­ni­val Maritime

Die Car­ni­val Cor­po­ra­ti­on nimmt 2015 eine 24 Stun­den am Tag besetz­te digi­ta­le Leit­stel­le für die Schif­fe der Cos­ta Group mit den Mar­ken Cos­ta Cro­cie­re und AIDA in Dienst.

Das Herz­stück von „Car­ni­val Mari­ti­me“ ist das Fleet Ope­ra­ti­ons Cen­ter (FOC). Im Fal­le von Sicher­heits­be­den­ken sol­len von Ham­burg aus Nau­ti­ker die Schif­fe der Flot­te beim Risi­ko- und Kri­sen­ma­nage­ment und bei der Opti­mie­rung der Rou­ten­pla­nung unterstützen.

14 Offi­zie­re mit Berufs­er­fah­rung lei­ten zu Beginn das Sicher­heits­zen­trum im Schicht­be­trieb. Ins­ge­samt arbei­ten zum Start rund 150 Spe­zia­lis­ten für die Mari­ne-Ser­vice-Ein­heit der Cos­ta Group.

Zwi­schen­zeit­lich wer­den auch ande­re Car­ni­val-Mar­ken über­wacht. In Seat­tle ist 2017 ein wei­te­rer FOC-Stütz­punkt eröff­net worden.

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