Royal Caribbean streicht Labadee-Anläufe bis mindestens Dezember 2026

„Ent­span­nung am Strand. End­lo­ses Aben­teu­er.“ – Dar­aus wird auch 2026 nichts. Zumin­dest nicht am Roy­al-Carib­be­an-Strand von Laba­dee. Die pri­va­te Strand­des­ti­na­ti­on bleibt für Kreuz­fahrt­schif­fe von Roy­al Carib­be­an län­ger geschlos­sen als bis­lang erwar­tet. Der Kon­zern hat die seit 2024 bestehen­de Aus­set­zung der Anläu­fe bis min­des­tens Dezem­ber 2026 ver­län­gert. Als Begrün­dung nennt das Unter­neh­men anhal­ten­de Sicher­heits­be­den­ken in Hai­ti. Ent­spre­chen­de Pla­nun­gen für das Jahr 2026 ent­fal­len damit voll­stän­dig.

Ein Spre­cher der Ree­de­rei­grup­pe bestä­tig­te CRUCERO gegen­über, die Ent­schei­dung sei „aus Grün­den der Vor­sicht“ getrof­fen wor­den. Betrof­fe­ne Pas­sa­gie­re sol­len jeweils kurz­fris­tig infor­miert wer­den. Ein ein­heit­li­cher Ersatz für den ent­fal­len­den Land­gang ist nicht vor­ge­se­hen, da die Rou­ten der ein­zel­nen Rei­sen unter­schied­lich geplant sind. Auch eine auto­ma­ti­sche Ver­le­gung nach „Per­fect Day at Coco­Cay“, der zwei­ten pri­va­ten Insel von Roy­al Carib­be­an auf den Baha­mas, sowie zum neu­en Roy­al-Nas­sau-Beach ist nicht in allen Fäl­len mög­lich. Dort feh­len an den meis­ten Tagen freie Kapa­zi­tä­ten.

Anhaltende Sicherheitslage in Haiti

Die Ver­län­ge­rung der Pau­se fällt in eine Pha­se ver­schärf­ter inter­na­tio­na­ler Rei­se­war­nun­gen. Seit dem 15. Juli 2025 rät das US-Außen­mi­nis­te­ri­um aus­drück­lich von Rei­sen nach Hai­ti ab und ver­weist auf Ent­füh­run­gen, Gewalt­kri­mi­na­li­tät, ter­ro­ris­ti­sche Akti­vi­tä­ten, zivi­le Unru­hen sowie eine stark ein­ge­schränk­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Das Land steht seit März 2024 unter Aus­nah­me­zu­stand.

Nach dem Rück­tritt von Pre­mier­mi­nis­ter Ari­el Hen­ry im Jahr 2024 wird Hai­ti von einem prä­si­dia­len Über­gangs­rat geführt, der wie­der­holt durch inter­ne Macht­kämp­fe und Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fe belas­tet wur­de. Im Janu­ar 2026 kam es inner­halb des Gre­mi­ums zu Bestre­bun­gen, den amtie­ren­den Minis­ter­prä­si­den­ten Alix Didier Fils-Aimé abzu­set­zen. Zahl­rei­che aus­län­di­sche Ver­tre­tun­gen haben inzwi­schen ihr Per­so­nal abge­zo­gen; auch die deut­sche Bot­schaft ist der­zeit für den Publi­kums­ver­kehr geschlos­sen.

Roy­al Carib­be­an hat­te die Anläu­fe in Laba­dee bereits 2024 erst­mals ein­ge­stellt, im April 2025 kurz­zei­tig wie­der auf­ge­nom­men und kurz dar­auf erneut aus­ge­setzt, nach­dem sich die Gewalt­la­ge in Port-au-Prin­ce deut­lich ver­schärft hat­te. Die­se Unter­bre­chung gilt nun bis min­des­tens Ende 2026.

Nach aktu­el­ler Pla­nung sind Rei­sen mit Laba­dee-Anlauf erst wie­der ab dem Früh­jahr 2027 buch­bar.

Wirtschaftliche Folgen für die Region

Die Ent­schei­dung hat erheb­li­che wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Bevöl­ke­rung in der Umge­bung von Cap-Haï­ti­en. Nach Anga­ben des Board of Direc­tors der Com­mu­nal Sec­tion (CASEC) sind rund 1.000 Ein­woh­ner von Laba­dee und Umge­bung von Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten im Kreuz­fahrt­sek­tor abge­schnit­ten. Die Gemein­de war stark vom Besu­cher­ver­kehr abhän­gig, der seit Beginn der Schlie­ßung im Jahr 2025 voll­stän­dig weg­ge­fal­len ist. Ver­tre­ter der loka­len Bevöl­ke­rung berich­ten laut The Hai­ti­an Times von einer spür­ba­ren Ver­schär­fung der wirt­schaft­li­chen Not­la­ge, auch wenn die Regi­on im Nor­den des Lan­des bis­lang weit­ge­hend von der Banden­ge­walt ver­schont geblie­ben ist, die ande­re Lan­des­tei­le prägt.

Laba­dee liegt auf einer Halb­in­sel an der Nord­küs­te der Insel His­pa­nio­la, etwa 200 Kilo­me­ter von der Haupt­stadt Port-au-Prin­ce ent­fernt. Roy­al Carib­be­an betreibt dort einen abge­schirm­ten Strand­be­reich, der durch Zäu­ne und eige­nes Sicher­heits­per­so­nal gesi­chert ist. Das Gelän­de ist bis 2050 an den Kon­zern ver­pach­tet. In den Jah­ren vor der Aus­set­zung gin­gen dort regel­mä­ßig rund eine Mil­li­on Kreuz­fahrt­pas­sa­gie­re pro Jahr an Land.

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