Das royale Versprechen

Nach neunmonatiger Pause hat Royal Caribbean International im Dezember 2020 mit der Quantum of the Seas Reisen ab Singapur aufgenommen. Die „Ocean Getaway Cruises“ bringen Gäste auf eine 3- oder 4-Nächte-Reise ohne Anlaufhäfen – ähnlich der ersten Blauen Reisen von TUI Cruises. Vensen Wong von der Singapore Cruise Society berichtet für Crucero darüber, wie sich die verschiedenen Änderungen durch das Hygieneprotokoll „Royal Promise“ an Bord auf das Gästeerlebnis auswirken und wie Kreuzfahrten mit Royal Caribbean in naher Zukunft aussehen könnten.

Am Anfang steht die „CruiseSafe“-Zertifizierung, die gemein­sam von Sin­g­a­po­re Tou­rism Board und der Klas­si­fi­ka­ti­ons­ge­sell­schaft Det Nor­ske Veri­tas (DNV GL) ent­wi­ckelt wur­de. Die­sem Gesund­heits- und Sicher­heits­stan­dards umfas­sen­den Regel­werk muss Roy­al Carib­be­an Inter­na­tio­nal fol­gen, um über­haupt von Sin­ga­pur aus ope­rie­ren zu dür­fen. Dazu zählt, dass der­zeit nur Buchun­gen von Ein­woh­nern Sin­ga­purs akzep­tiert wer­den. Die­se wie­der­um dür­fen in den vier­zehn Tagen vor der Abfahrt den Stadt­staat nicht ver­las­sen. Außer­dem wird die Gesamt­ka­pa­zi­tät des Schif­fes auf 2.100 Per­so­nen begrenzt – das ent­spricht etwa der Hälf­te der übli­chen Gäs­te­zahl.
Wei­te­re Ver­halt­ens­emp­feh­lun­gen erge­ben sich aus den Emp­feh­lun­gen des Healt­hy Sail Panels von Roy­al Carib­be­an und der Regie­rung von Singapur.

Bevor es an Bord geht

Der PCR-Test auf SARS-CoV‑2, den Roy­al Carib­be­an von allen Gäs­ten unab­hän­gig vom Alter ver­langt, wird von einem exter­nen Gesund­heits­dienst­leis­ter durch­ge­führt. Die­ser Test wird zwei bis drei Tage vor der Ein­schif­fung in einem Kon­gress­zen­trum eines ört­li­chen Ein­kaufs­zen­trums durch­ge­führt. Die Gäs­te kön­nen sich bis zum Ein­schif­fungs­tag in Sin­ga­pur frei bewe­gen.
Wir erhal­ten unse­re „Allo­wed to Travel“-Ergebnisse am frü­hen Mor­gen des fol­gen­den Tages. Mit Über­mitt­lung wird emp­foh­len, unmit­tel­bar den Online-Check-in aus­zu­fül­len und eine bevor­zug­te Ankunfts­zeit für die Ein­schif­fung zu wäh­len. Die­se gestaf­fel­ten Ankunfts­zei­ten sol­len siche­re Distan­zie­rungs­maß­nah­men im Ter­mi­nal und damit einen rei­bungs­lo­sen Ein­schif­fungs­pro­zess ermög­li­chen.
Wie wir inzwi­schen erfah­ren haben, wird Gäs­ten, die den Online-Check-in nicht aus­fül­len, auto­ma­tisch die spä­tes­te Ein­schif­fungs­zeit um 19 Uhr zuge­wie­sen, um Über­fül­lung zu vermeiden.

Am Terminal

Wir errei­chen das Mari­na Bay Crui­se Cent­re zu der von uns gewähl­ten Zeit um 14.30 Uhr. Auf­grund der Ein­schrän­kun­gen erhal­ten Loyal­ty-Mem­ber der Crown and Anchor Socie­ty, dem Sta­tus-Club von RCI, der­zeit kein Prio­ri­ty Boar­ding. Nur Rei­sen­de, die in den Sui­ten der Star Class woh­nen, kön­nen die Fast­la­ne benut­zen.
Alle Gäs­te müs­sen vor dem Boar­ding einen „Well­ness Check“ absol­vie­ren. Er umfasst einen Tem­pe­ra­tur-Check und eine Bestä­ti­gung des zuvor online aus­ge­füll­ten Gesund­heits­fra­ge­bo­gens, um sicher­zu­stel­len, dass sich seit­dem nichts ver­än­dert hat.
Obwohl es für uns kei­ne Prio­ri­täts­spur gibt, emp­fin­den wir den Check-in-Pro­zess als rei­bungs­los, und der gesam­te Vor­gang dau­ert weni­ger als 40 Minu­ten von der Ankunft am Ter­mi­nal bis zum Schiff.

Erste Eindrücke

Das Ers­te, was uns auf­fällt, sind die vie­len Social Distancing-Auf­kle­ber, die dar­an erin­nern, einen Ein-Meter-Abstand zu ande­ren Mit­rei­sen­den ein­zu­hal­ten. Gepäck und Hand­ge­päck wer­den des­in­fi­ziert. An Bord des Schif­fes wird außer­dem die „Rule of Eight“ ein­ge­hal­ten. Die­se in Sin­ga­pur gel­ten­de loka­le Rege­lung begrenzt die Grup­pen­grö­ße auf maxi­mal acht Per­so­nen, und die Ver­mi­schung von Grup­pen ist nicht erlaubt. Alle Per­so­nen über sechs Jah­ren müs­sen in den öffent­li­chen Berei­chen an Bord einen Mund-Nasen-Schutz tra­gen. Dazu fin­det man am Tag der Ein­schif­fung ein „Safe­ty Amen­i­ty Kit“ in den Kabi­nen. Es besteht aus Hand­des­in­fek­ti­ons­mit­teln und Mas­ken für den Gebrauch an Bord.

Musterdrill 2.0

Vor­bei sind die Zei­ten, in denen die Gäs­te ihren Spaß dar­an hat­ten, an einer Sicher­heits­ein­wei­sung im Thea­ter teil­zu­neh­men. Roy­al Carib­be­an hat nun „Mus­ter 2.0“ ein­ge­führt. Alle Gäs­te müs­sen ent­we­der via App oder dem inter­ak­ti­ven Kabi­nen-TV direkt nach dem Ein­schif­fen das Saf­tey-Video anschau­en und die­sen Vor­gang bestä­ti­gen. Anschlie­ßend bege­ben sie sich zu ihrer Sam­mel­stel­le, um sich dort anzu­mel­den und einen grü­nen Auf­kle­ber auf ihrer Sea­Pass-Kar­te zu erhal­ten, der besagt, dass sie die Übung absol­viert haben. Dadurch wird das Gedrän­ge an den Sam­mel­plät­zen dras­tisch redu­ziert und die Gäs­te kön­nen ihren Zeit­plan viel fle­xi­bler gestalten.

Kontaktverfolgung

Zusätz­lich zu Sin­ga­purs Initia­ti­ve zur Kon­takt­ver­fol­gung „Trace­Tog­e­ther“, die mit­tels Blue­tooth via App oder Token enge Kon­tak­te auf­zeich­net, hat Roy­al Carib­be­an „The Trace­let“ ent­wi­ckelt, ein Arm­band, das alle Gäs­te am Hand­ge­lenk tra­gen müs­sen.
An den Ein­gän­gen zu Restau­rants und Thea­tern sind soge­nann­te Ent­ry Tap­ping Points (ETPs) ein­ge­rich­tet, an denen die Gäs­te ihre Sea­Pass-Kar­te als zusätz­li­che Metho­de zur Kon­takt­ver­fol­gung durch Auf­le­gen regis­trie­ren. Außer­dem ist Per­so­nal an ver­schie­de­nen Punk­ten sta­tio­niert, um sicher­zu­stel­len, dass die Gäs­te immer ihre Sea­Pass-Kar­te, ihr Trace­let und ihre Trace­Tog­e­ther-App oder den zuge­hö­ri­gen Token dabei haben.

Wein & Essen

In den Restau­rants hat sich nicht viel geän­dert, außer dass die Spei­se­kar­ten digi­ta­li­siert wur­den und die Gäs­te QR-Codes scan­nen müs­sen, um sie zu öff­nen. Was die Sitz­ord­nung betrifft, so ist es den Rei­sen­den nicht erlaubt, mit Per­so­nen außer­halb ihrer Rei­se­grup­pe zu spei­sen. An jedem Tisch sit­zen maxi­mal acht Per­so­nen mit min­des­tens einem Meter Abstand zu ande­ren Grup­pen.
Wie von vie­len erwar­tet, dür­fen sich die Gäs­te am Wind­jam­mer Mar­ket­place Buf­fet nicht mehr selbst bedie­nen. Crew-Mit­glie­der rei­chen die Spei­sen ent­lang der Buf­fet-Linie an. Geträn­ke wer­den eben­falls ein­zeln an die Gäs­te aus­ge­ge­ben. Redu­zier­te Sitz­platz­ka­pa­zi­tät mit ähn­li­chen Abstands­re­ge­lun­gen gibt es auch an der Bar.
Auf­grund loka­ler Geset­ze kann kei­ne Live-Unter­hal­tung statt­fin­den, wäh­rend die Bar in Betrieb ist. In Über­ein­stim­mung mit den sin­ga­pu­ri­schen Vor­schrif­ten dür­fen nach 22.30 Uhr kei­ne alko­ho­li­schen Geträn­ke mehr in den öffent­li­chen Berei­chen des Schif­fes kon­su­miert wer­den. Die Crew stellt den Geträn­ke­aus­schank 30 Minu­ten vor­her ein, um den Gäs­ten genü­gend Zeit zu geben, ihre Drinks zu lee­ren. Das Per­so­nal rät uns an einem Abend jedoch, das Getränk auf die Kabi­ne mit­zu­neh­men, falls wir nicht recht­zei­tig fer­tig würden.

Unterhaltung an Bord

Im Roy­al Theat­re und der Event­lo­ca­ti­on Two70 ist die Bele­gung auf 250 Gäs­te pro Show begrenzt. Das Team blo­ckiert vie­le Sit­ze, um einen siche­ren Abstand zwi­schen Per­so­nen zu ermög­li­chen. Die Gäs­te müs­sen für die­se Shows über die Roy­al App Reser­vie­run­gen vor­neh­men. Doch obwohl Roy­al Carib­be­an erheb­li­che Anstren­gun­gen unter­nom­men hat, um die Show­zei­ten wäh­rend Rei­sen mit höhe­rer Aus­las­tung (wie etwa wäh­rend der Weih­nachts­ta­ge) zu erwei­tern, haben wir fest­ge­stellt, dass vie­le Gäs­te trotz­dem kei­ne ein­zi­ge Show besu­chen konn­ten, da sie sich kei­ne Tickets sichern konn­ten.
Das Manage­ment arbei­tet dar­an, die Behör­den zu bit­ten, die Kapa­zi­tät zu erhö­hen. Um für mehr Fair­ness zu sor­gen, wur­de zwi­schen­zeit­lich das Ticke­ting-Sys­tem geän­dert. Das „first-come-first-served“-System, bei dem die Tickets um 14 Uhr am Tag des Boar­dings reser­viert wer­den konn­ten, wur­de durch eine gestaf­fel­te Frei­ga­be inner­halb der Roy­al-App ersetzt, bei der eine bestimm­te Anzahl von Tickets pro Stun­de zur Buchung ange­bo­ten wer­den. Dies ermög­licht nun Gäs­ten, die einen spä­te­ren Boar­ding-Slot haben, eine Chan­ce, Shows zu reser­vie­ren. Wäh­rend der Shows müs­sen die Zuschau­er ihren Mund-Nasen-Schutz auf­be­hal­ten. Vor­bei sind des­halb vor­erst die Zei­ten, in denen wir mit einem Getränk von der Bar ins Thea­ter spa­zie­ren durf­ten, denn Drinks sind wegen der Mas­ken­pflicht nicht erlaubt. Die Crew ist an unauf­fäl­li­gen Stel­len des Thea­ters posi­tio­niert, um die Ein­hal­tung zu gewähr­leis­ten.
Übri­gens müs­sen auch die Tän­ze­rin­nen und Tän­zer Mund-Nasen­schutz­mas­ken tra­gen. Die­se sind dem Büh­nen­out­fit ange­passt. Die ein­zi­gen Dar­stel­ler, die sich nicht an die Mas­ken­vor­schrift hal­ten müs­sen, sind die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger.
Weil der­zeit nur 3- oder 4‑Näch­te-Kurz­rei­sen durch­ge­führt wer­den, wer­den pro Rei­se nur zwei statt drei Shows ange­bo­ten. Head­liner-Events wie Zau­ber­shows und Akro­ba­ten wech­seln sich regel­mä­ßig ab.

Sport und Aktivitäten

Da kei­ne Häfen ange­fah­ren wer­den, arbei­tet das Enter­tain­ment-Team beson­ders hart, um sicher­zu­stel­len, dass die Gäs­te wäh­rend ihrer Tage auf See Zugang zu span­nen­den Akti­vi­tä­ten haben. Wir haben wäh­rend unse­rer Zeit an Bord Qui­ze, Schnit­zel­jag­den und Kunst­auk­tio­nen erlebt, die auf die jewei­li­ge Ziel­grup­pe zuge­schnit­ten sind.
Auf­grund von Kapa­zi­täts­eng­päs­sen müs­sen die Gäs­te nun Reser­vie­run­gen für das Fit­ness­stu­dio vor­neh­men. Wie üblich wer­den anti­bak­te­ri­el­le Tücher im Fit­ness­raum zur Ver­fü­gung gestellt, um die Gerä­te vor und nach der Nut­zung zu des­in­fi­zie­ren.
Segeln in den Tro­pen bedeu­tet eigent­lich, dass der Pool der belieb­tes­te Ort zur Mit­tags­zeit ist, und hier bemerk­ten wir eini­ge inter­es­san­te Unter­schie­de bei den Gesund­heits­maß­nah­men. Wäh­rend der Kreuz­fahr­ten mit einer Kapa­zi­tät deut­lich unter 2.000 Per­so­nen stand es den Gäs­ten frei, den Jacuz­zi und den Pool zu benut­zen, solan­ge sie inner­halb ihrer Grup­pe blie­ben. Als wir jedoch an Weih­nach­ten mit maxi­mal erlaub­ter Kapa­zi­tät unter­wegs waren, bemerk­ten wir, dass sich War­te­schlan­gen neben dem Pool bil­de­ten. Die Pool­zeit wur­de dann auf 30 Minu­ten beschränkt.

Wie hat sich die Kinderbetreuung verändert?

Der Kin­der­club von Roy­al Carib­be­an — der „Adven­ture Oce­an“ — wur­de um die Hälf­te sei­ner Kapa­zi­tät redu­ziert. Spie­le mit engem Kon­takt wer­den aus­ge­setzt und durch alter­na­ti­ve Pro­gram­me ersetzt. Die Jugend­be­treu­er ach­ten strikt dar­auf, dass die Kin­der ihre Hän­de des­in­fi­zie­ren und alle Spiel­zeu­ge und Gerä­te nach der Benut­zung gerei­nigt wer­den.
Im gesam­ten Club sind Boden­mar­kie­run­gen ange­bracht, an denen sich die Kin­der ori­en­tie­ren kön­nen, um Abstand zu wah­ren.
Von einem befreun­de­ten Eltern­teil erfuh­ren wir, dass jedes Kind nur eine 2‑stündige kos­ten­lo­se Sit­zung pro Tag nut­zen darf.

Suiten-Erlebnis

Wir hat­ten die Mög­lich­keit, wäh­rend einer unse­rer Fahr­ten in der Grand Loft Suite zu woh­nen. Die Star Class ist das ulti­ma­ti­ve VIP-Erleb­nis, das Roy­al Carib­be­an auf ihren neue­ren Schiffs­klas­sen anbie­tet.
Lei­der wur­den eini­ge Ände­run­gen vor­ge­nom­men, um die Sicher­heit der Gäs­te wäh­rend ihrer Kreuz­fahrt zu gewähr­leis­ten. Vor COVID-19 hat­ten Gäs­te, die in Star Class-Sui­ten wohn­ten, in der Regel Anspruch auf eine „Behind the Scenes“-Tour, die die Gäs­te zu Crew-Berei­chen wie der Brü­cke, der Kom­bü­se und der Schiffs­wä­sche­rei brach­te. Eini­ge hat­ten sogar Anspruch auf ein exklu­si­ves Abend­essen mit Top-Offi­zie­ren. Auf­grund der neu­en Gesund­heits­be­stim­mun­gen sind sol­che exklu­si­ven Erleb­nis­se nun jedoch
gestoppt.
Der Roy­al Genie – das Äqui­va­lent zu einem But­ler in ande­ren Ein­rich­tun­gen – kura­tiert Ihr Erleb­nis an Bord. Frü­her arran­gier­te der Genie Cock­tail­par­tys für Gäs­te, die ihre Fami­lie oder neu gewon­ne­ne Freun­de ein­la­den woll­ten; sol­che Ver­an­stal­tun­gen sind jedoch eben­falls der­zeit nicht erlaubt. Von der Crew haben nur die Loft Atten­dants und der Genie Zutritt zur Suite und kein wei­te­res Crew­mit­glied darf einen Fuß in die Suite set­zen, wäh­rend sich Gäs­te dar­in auf­hal­ten. Das bedeu­tet, dass wir jede Bestel­lung vom Zim­mer­ser­vice phy­sisch von der Tür zum Ess­tisch tra­gen. Der Besat­zung ist der Zutritt aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr gestattet.

Verbesserte Gesundheitsvorsorge

Wäh­rend der Pres­se- und Medi­en­tour Anfang Dezem­ber prä­sen­tier­te die Kran­ken­schwes­ter stolz ein neu aus­ge­bau­tes medi­zi­ni­sches Zen­trum mit glän­zen­den, brand­neu­en Ein­rich­tun­gen wie den neu­en Unter­druck­be­rei­chen und Iso­la­ti­ons­ka­bi­nen mit HEPA-Fil­tern.
Es gibt jetzt zwei Ärz­te und fünf Kran­ken­schwes­tern an Bord. Einer der Ärz­te über­nimmt die neu geschaf­fe­ne Posi­ti­on des Infek­ti­ons­schutz­be­auf­trag­ten, der alle neu­en Gesund­heits- und Sicher­heits­pro­to­kol­le an Bord über­wacht.
Das medi­zi­ni­sche Zen­trum kann acht PCR Tests gleich­zei­tig durch­füh­ren und braucht etwa 20 Minu­ten, um das Ergeb­nis frei­zu­ge­ben. Als Teil der neu­en COVID-19-Ver­si­che­rung, auf die alle Gäs­te Anspruch haben, über­nimmt Roy­al Carib­be­an alle mit COVID-19 ver­bun­de­nen Kos­ten, ein­schließ­lich der medi­zi­ni­schen Behand­lung an Bord, der Kos­ten für eine Qua­ran­tä­ne an Land für den betrof­fe­nen Gast, sei­ne Rei­se­grup­pe und alle bestä­tig­ten engen Kon­tak­te.
Die Heizungs‑, Belüf­tungs- und Kli­ma­ti­sie­rungs­sys­te­me (HVAC) wur­den eben­falls auf­ge­rüs­tet. Sie erset­zen nun regel­mä­ßig „ver­brauch­te“ Luft durch fri­sche Mee­res­luft von außen. Die­ser Vor­gang kann bis zu 12 Mal pro Stun­de in den Kabi­nen und 15 Mal in den öffent­li­chen Berei­chen stattfinden.

Ablauf der Ausschiffung

Am Abend vor der Abrei­se fin­den die Gäs­te noch ihren gewohn­ten Abrei­se­brief und ihre Gepäck­an­hän­ger in ihrer Kabi­ne, zusam­men mit COVID-19-Testeti­ket­ten. Die­se Labels sind Vor­be­rei­tung für den obli­ga­to­ri­schen Anti­gen-Schnell­test (ART), dem sich alle Gäs­te vor der Heim­rei­se unter­zie­hen müs­sen.
Das Ver­las­sen des Schif­fes erfolgt wie die Ein­schif­fung gestaf­felt, begin­nend um
6 Uhr mor­gens hat­ten die etwa 2.000 Gäs­te 3 bis
4 Stun­den Zeit, das Schiff zu ver­las­sen.
Lan­ge Lini­en, die sich bil­de­ten, konn­ten wir bei unse­ren Beob­ach­tun­gen nicht fest­stel­len. Bei der Ankunft am Ter­mi­nal wur­den wir von der Crew zur übli­chen Immi­gra­ti­ons­rou­ti­ne gelei­tet. Gleich danach folgt der Nasen­ab­strich in der Ankunfts­hal­le. Soll­te der Test posi­tiv aus­fal­len, wird sich die Gesund­heits­be­hör­de mit uns in Ver­bin­dung set­zen und uns an eine Test­ein­rich­tung für einen voll­stän­di­gen PCR-Test ver­wei­sen. Der Aus­schif­fungs­pro­zess dau­er­te nicht län­ger als 30 Minuten.

Was, wenn etwas schief geht?

Die Sin­ga­pu­rer und die Welt erwach­ten am 9. Dezem­ber zu scho­ckie­ren­den Schlag­zei­len, nur eine Woche nach dem die Quan­tum of the Seas in Sin­ga­pur wie­der in Dienst gestellt wur­de: „Gast posi­tiv getes­tet an Bord Roy­al Carib­be­an Kreuz­fahrt­schiff“. Das Schiff fuhr sofort zurück in den Hafen und erreich­te Sin­ga­pur inner­halb von 6 Stun­den nach­dem ein Gast an Bord posi­tiv getes­tet wur­de.
Was war pas­siert? Nach­dem sich ein 82-jäh­ri­ger Gast mit Durch­fall im Bord­hos­pi­tal vor­ge­stellt hat­te, wur­de ein PCR-Test durch­ge­führt. Die­ser ergab ein posi­ti­ves Ergeb­nis. Nach­dem der Gast in ein ört­li­ches Kran­ken­haus ver­legt wur­de, wur­den dort drei wei­te­re Test mit jeweils nega­ti­vem Ergeb­nis fest­ge­stellt.
Wäh­rend die­ses Ein­sat­zes wur­de bewie­sen: Das Sys­tem funk­tio­niert. Bei der Ent­de­ckung eines Ver­dachts Fall wird der Gast iso­liert, getes­tet und sei­ne engen Kon­tak­te fest­ge­stellt. Gleich­zei­tig wird das Schiff sofort in Alarm­be­reit­schaft ver­setzt. Sobald Tests posi­tiv aus­fal­len wer­den die ört­li­chen Gesund­heits­be­hör­den infor­miert.
Das Schiff kehrt inner­halb weni­ger Stun­den in den Hafen zurück, wo die Gäs­te gemäß den gel­ten­den Bestim­mun­gen von Bord gehen.
So wird sicher­ge­stellt, dass kei­ne Kreuz­fahrt­schif­fe auf See umher­ir­ren und kei­nen Hafen anlau­fen kön­nen. Außer­dem wer­den die nicht betrof­fe­nen Pas­sa­gie­re nicht für län­ge­re Zeit an Bord fest­ge­setzt.
So sehr die Teil­neh­mer die­ser ver­häng­nis­vol­len Fahrt auch ent­täuscht waren, dass ihr wohl­ver­dien­ter Urlaub ver­kürzt wur­de, hat kei­ner Medi­en gegen­über ein Fehl­ver­hal­ten an Bord erwähnt. Die Befrag­ten sag­ten, sie wür­den es „nicht bereu­en“ und „wie­der­kom­men“.

Fazit

Kreuz­fahr­ten mit strik­ten Gesund­heits­be­stim­mun­gen und der Pflicht, eine Mas­ke zu tra­gen, wer­den wohl der Weg sein, wie Kreuz­fahr­ten in der nächs­ten Zukunft durch­ge­führt wer­den kön­nen. Nur so kann siche­res Rei­sen trotz der welt­wei­ten Pan­de­mie wie­der begin­nen.
Ree­de­rei­en und Regie­run­gen, wie hier Roy­al Carib­be­an und die Regie­rung von Sin­ga­pur, set­zen sich dafür ein, den Weg zur Rück­kehr siche­rer Kreuz­fahr­ten zu ebnen – selbst wenn ein Infek­ti­ons­ge­sche­hen an Bord ein­tre­ten sollte.

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