HX Expeditions hat seinen ESG-Bericht für das Jahr 2025 veröffentlicht und darin erstmals eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen bis 2030 vorgestellt. Laut einer Mitteilung der Reederei orientiert sich die Berichterstattung künftig an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Zudem führt das Unternehmen erstmals eine destinationsbezogene Erfassung seiner Nachhaltigkeitswirkungen ein.
Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen bis 2030
Mit dem Bericht veröffentlicht die Reederei erstmals einen Nachhaltigkeitsfahrplan mit messbaren Zielen bis 2030. Dazu gehören unter anderem die Ausweitung der für Gastwissenschaftler reservierten Kabinennächte auf 3.900 pro Jahr ab 2027. Außerdem strebt das Unternehmen die vollständige Verwertung recycelbarer Materialien an. Zudem ist eine Verdoppelung der bei Strandreinigungen gesammelten Abfallmengen geplant. Weiterhin soll der Anteil sogenannter „Green Stays“ auf 50 Prozent der Gästenächte bis 2030 steigen. Im Bereich Gemeinschaften plant HX unter anderem, über den Rapid Response Fund mehr als 50 Gemeinschaften zu unterstützen. Zusätzlich will das Unternehmen mindestens 500 junge Menschen an Expeditionsreisen heranzuführen.
Für den Bereich Emissionen nennt die Reederei dagegen bislang keine konkreten Reduktionsziele bis 2030. Vorgesehen sind zunächst die Entwicklung eines Dekarbonisierungsplans. Weiterhin sieht der Plan die vollständige Erfassung der Scope-3-Emissionen bis 2029 sowie weitere Maßnahmen zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes vor. Als langfristiges Ziel nennt HX Klimaneutralität bis 2050.
Emissionen gesunken
Nach Angaben des Unternehmens gingen die direkten CO₂-Emissionen 2025 um zwölf Prozent auf 64.630 Tonnen zurück. Allerdings weist der ESG-Bericht darauf hin, dass dieser Rückgang teilweise auf das Ausscheiden der MS Maud aus der Flotte zurückzuführen ist. Bezogen auf die verfügbare Passagierkapazität blieb der CO₂-Ausstoß je Passagiernacht mit 0,14 Tonnen nahezu unverändert. Er lag sogar leicht über dem Vorjahreswert.
Zudem sanken die Schwefeloxid-Emissionen um 50 Prozent und die Stickoxid-Emissionen um 14 Prozent. HX verweist dabei auf Maßnahmen wie Kraftstoffoptimierung, den Einsatz alternativer Kraftstoffe sowie den Ausbau sogenannter Slow-Cruising-Routen. Hinzu kam die Einführung eines elektrisch betriebenen Forschungsbootes.
Wissenschaft und Forschung
Einen Schwerpunkt legt HX weiterhin auf die Unterstützung wissenschaftlicher Projekte. Im Jahr 2025 stellte das Unternehmen 1.652 kostenlose Kabinennächte für Forschende zur Verfügung. Für die Zeit ab 2027 kündigte Chefwissenschaftlerin Dr. Verena Meraldi eine Ausweitung auf 3.900 Kabinennächte an.
Während der Antarktissaison 2025/26 dokumentierte der Wissenschaftler Dr. Manuel Novillo laut Mitteilung erstmals das Laichverhalten des antarktischen Schwarzflossen-Eisfisches nahe Danco Island mithilfe von Unterwasserdrohnen. Zudem verzeichnete HX 46.466 Citizen-Science-Beiträge seiner Gäste. Dies entspricht einem Anstieg von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Naturschutz und lokale Projekte
Im Bereich Umweltschutz berichtet HX unter anderem von der Entfernung von 1.200 Tonnen Plastikmüll aus Gewässern und Ozeanen durch eine Partnerschaft mit Ocean Bottle. Darüber hinaus führte das Unternehmen auf ausgewählten Schiffen vegane und plastikfreie Produkte ein. Zusätzlich reduzierte es den Lebensmittelabfall pro Gästenacht um sieben Prozent und meldete für 2025 keinen Umweltvorfall im gesamten Betrieb.
Über die HX Foundation wurden 28 Projekte weltweit unterstützt. Außerdem stieg der Frauenanteil in Führungspositionen laut Unternehmen auf 45 Prozent. Erstmals schlüsselt die Reederei ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen zudem nach einzelnen Reisezielen auf, darunter die Antarktis, Grönland, die Nordwestpassage, Spitzbergen und Alaska.
















