Costa Kreuzfahrten zieht sich aus dem Winterfahrtgebiet Orient zurück und sagt die gesamte Saison 2026/27 in der Golfregion ab. Hintergrund ist die militärische Eskalation rund um den Iran, die den Kreuzfahrtverkehr im Persischen Golf zunehmend erschwert. Nachdem AIDA Cruises am Morgen bereits den Verzicht auf seine Orient-Saison bekannt gegeben hatte, folgt nun auch die italienische Reederei mit einer grundlegenden Anpassung ihres Winterprogramms.
Mit dieser Entscheidung reagiert Costa auf die wachsende Unsicherheit in der Region. Die anhaltenden militärischen Spannungen betreffen zentrale Seewege im Persischen Golf und erschweren einen regulären Kreuzfahrtbetrieb. Costa streicht daher alle geplanten Reisen in die Emirate und in die Golfregion für den Winter 2026/27, davon sind auch die vorgesehenen Überführungsfahrten der Costa Smeralda betroffen.
Krieg im Iran bringt Orient-Kreuzfahrten zum Stillstand
Die militärische Eskalation im Konflikt mit dem Iran hat den Kreuzfahrtbetrieb im Persischen Golf nahezu zum Erliegen gebracht. Mehrere Reedereien haben ihre Programme eingestellt oder ihre laufende Saison vorzeitig beendet. TUI Cruises hat gestern gemeldet, dass nach der Mein Schiff 4 nun auch die Gäste der Mein Schiff 5 alle die Heimreise antreten konnten. Weitere Reisen sind vorerst bis Ende März abgesagt.
Auch andere Anbieter haben reagiert. So brachen Aroya Cruises und Celestyal Cruises ihre aktuelle Saison in der Region vorzeitig ab. Die Schiffe lagen zuletzt in Häfen wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha fest, während die Reedereien die Rückreise ihrer Gäste organisierten und weitere Fahrten stornierten.
Ein zentrales Problem ist die Straße von Hormus. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und verläuft unmittelbar vor der iranischen Küste. Angesichts der militärischen Spannungen gilt diese Passage derzeit als schwer kalkulierbar für den internationalen Schiffsverkehr. Für Kreuzfahrtschiffe stellt sie jedoch die einzige Verbindung aus der Golfregion in offene Gewässer dar.
Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 sind daher derzeit im Persischen Golf gefangen. Wann die Schiffe die Region verlassen können, ist völlig unklar. Laut aktuellen Plänen soll die Mein Schiff 5 am 29.03. ab Kapstadt zur Transreise ins Mittelmeer starten und die Mein Schiff 4 am 11.04. ebenfalls ab Kapstadt Richtung Europa. Ob es dazu kommt, kann derzeit nicht vorhergesagt werden. TUI Cruises kündigte an, Szenarien für eine mögliche spätere Rückkehr der beiden Schiffe in den regulären Fahrplan zu prüfen.
Die Kanaren und das Mittelmeer ersetzen die Orient-Saison
Costa richtet sein Winterprogramm neu aus und verlegt Kapazitäten nach Europa und in den Atlantik. Mit der Costa Smeralda stationiert die Reederei erstmals ein Flaggschiff auf den Kanarischen Inseln. Das Schiff wird einwöchige Kreuzfahrten zwischen der Inselgruppe und Madeira anbieten.
Im Mittelmeer setzt Costa weiterhin auf zwei Schiffe. Neben der Costa Toscana wird künftig auch die Costa Pacifica dort eingesetzt. Beide werden achttägige Routen zu Zielen im westlichen Mittelmeer fahren. Zusätzlich plant die Reederei längere Reisen nach Südeuropa und Nordafrika.
Mit der frühzeitigen Anpassung des Programms will Costa eigenen Angaben zufolge Planungssicherheit für Gäste und Vertriebspartner schaffen. Passagiere, die ursprünglich Überführungsfahrten der Costa Smeralda oder Reisen in den Emiraten gebucht hatten, können auf andere Kreuzfahrten umbuchen. Als Ausgleich stellt die Reederei ein Bordguthaben von 200 Euro pro Kabine bereit.
Die neuen Routen der Costa Smeralda rund um die Kanaren sowie die Fahrten der Costa Pacifica im westlichen Mittelmeer und nach Nordafrika sollen bis Ende März über alle Vertriebskanäle buchbar sein.













