Mit einer ungewöhnlichen Inszenierung hat Hurtigruten in Hamburg den Start der MS Midnatsol auf der Nordkap-Linie gefeiert. Bei einer abendlichen Ausfahrt auf der Elbe ließ die Reederei Nordlichter über dem Schiff erscheinen. Zuvor konnten Gäste die frisch renovierte Midnatsol und das Signature-Konzept kennenlernen, mit dem Hurtigruten seine Reisen ab Hamburg deutlich von der klassischen Postschiffroute abgrenzt.
Dichter Nebel zog über das Außendeck, während grüne Lichtschleier über dem Hamburger Nachthimmel erschienen. Zwei Projektoren und reichlich Shownebel sorgten dafür, dass Hurtigruten polare Nordlichter für einige Minuten an die Elbe holte.
Die Inszenierung passte zum Anlass. Einen Tag vor ihrer ersten Abfahrt auf der Nordkap-Linie ab Hamburg präsentierte Hurtigruten die umfassend modernisierte MS Midnatsol mehr als 200 geladenen Gästen. Das Schiff wird künftig gemeinsam mit der MS Finnmarken auf den 15-tägigen Reisen von Hamburg entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkap eingesetzt.
MS Midnatsol frisch renoviert
Die MS Midnatsol ist für Hurtigruten kein neues Schiff, hat in den vergangenen Monaten aber eine weitreichende Verwandlung erfahren. Von Ende März bis Mitte Mai 2026 wurde das 2003 gebaute Schiff renoviert und anschließend in die Signature-Flotte integriert.
Überarbeitet wurden öffentliche Bereiche, Restaurants und zahlreiche Kabinen. Gestaltung und Farbwelt orientieren sich stärker an norwegischer Natur, Licht und Kunst. Bereits seit Mai ist die Midnatsol im neuen Erscheinungsbild unterwegs, zunächst auf der Spitzbergen-Linie. Mit dem Start ab Hamburg beginnt nun ihr erster Winter auf der Nordkap-Linie.
Das Schiff trug zwischen 2021 und 2024 den Namen MS Maud und fährt inzwischen wieder unter seinem ursprünglichen Namen Midnatsol.
Signature statt klassischer Postschiffroute
Mit den Signature-Reisen verfolgt Hurtigruten ein anderes Konzept als auf der traditionellen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes. Statt zahlreicher teilweise kurzer Hafenstopps stehen längere Aufenthalte und ein stärker auf das Urlaubserlebnis ausgerichtetes Bordprogramm im Mittelpunkt.
Auf der Nordkap-Linie dauert die Rundreise ab und bis Hamburg 15 Tage. Der aktuelle Reiseverlauf umfasst zwölf Orte entlang der Strecke. Hurtigruten setzt bei den Signature Reisen bewusst auf längere Aufenthalte und läuft in der Regel nur einen oder zwei Häfen am Tag an. Dadurch bleibt mehr Zeit für Ausflüge und individuelle Entdeckungen an Land.
Zum Konzept gehört außerdem ein größeres Expeditionsteam. Auf der Nordkap-Linie sind sechs Mitglieder vorgesehen – doppelt so viele wie auf der klassischen Postschiffroute. Sie begleiten die Reise mit Vorträgen, Aktivitäten und Informationen über Natur, Kultur und Geschichte der norwegischen Küste.
Auch bei der Verpflegung positioniert Hurtigruten die Signature Reisen oberhalb des klassischen Angebots. Die Küche folgt dem Konzept „Norway’s Coastal Kitchen“ und setzt auf regionale Produkte und Gerichte mit Bezug zur norwegischen Küste. Vollpension und eine Auswahl alkoholischer und alkoholfreier Getränke sind im Reisepreis enthalten.
Auf der MS Midnatsol stehen dafür die drei Restaurants Flora, Árran und Røst zur Verfügung. Flora ist das Hauptrestaurant, Árran interpretiert norwegische Küche als Bistro-Konzept, während Røst als Fine-Dining-Restaurant ausgerichtet ist.
Nach der Show auf der Elbe wartet das echte Nordlicht
Was Hurtigruten in Hamburg mit Projektoren und Shownebel nachbildete, soll auf den kommenden Winterreisen möglichst am echten Himmel zu sehen sein. Die Nordkap-Linie führt während der dunklen Jahreszeit weit in den Norden Norwegens und damit mitten hinein in eine der bekanntesten Regionen für Polarlichtbeobachtungen.
Dabei fällt die aktuelle Nordlichtsaison noch in eine Phase hoher Sonnenaktivität. Die Sonne durchläuft einen ungefähr elfjährigen Aktivitätszyklus. Der aktuelle Solarzyklus 25 befindet sich seit 2024 in seiner besonders aktiven Phase. Eine höhere Sonnenaktivität kann kräftigere geomagnetische Störungen hervorrufen und damit grundsätzlich auch die Voraussetzungen für intensive Polarlichter verbessern. Eine Garantie für eine Sichtung gibt es dadurch allerdings nicht: Neben der Aktivität der Sonne müssen unter anderem Dunkelheit und Wetter mitspielen.
Hurtigruten gibt seinen Gästen dennoch ein Nordlicht-Versprechen. Es gilt für Reisen von mindestens elf Tagen mit Abfahrt zwischen dem 20. September und dem 31. März. Werden während der gesamten Reise keine Nordlichter in Sichtweite des Schiffes registriert, erhalten die Gäste nach den Bedingungen der Reederei eine kostenlose sechs- oder siebentägige Reise auf der klassischen Postschiffroute, um im folgenden Winter einen neuen Versuch zu unternehmen.
Als Nordlicht-Sichtung gilt dabei nicht lediglich eine persönliche Beobachtung einzelner Gäste. Sie muss von den Offizieren an Deck verzeichnet und den Passagieren an Bord mitgeteilt worden sein.
Das Nordlicht-Versprechen gilt ausdrücklich auch für die Nordkap-Linie ab Hamburg. Was über der Elbe noch aus Projektoren kam, sollen die Gäste der MS Midnatsol möglichst bald am norwegischen Himmel erleben.











