Wieso die Taufpatinnen der Mein Schiff Flow so merkwürdig anonym bleiben

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Eine Schiffstaufe ist auch heute noch ein besonderer Moment im Leben eines Kreuzfahrtschiffes. Die Champagnerflasche zerschellt am Bug, und aus einem Neubau wird ein Schiff mit eigener Geschichte. Oft ist diese Geschichte eng mit einer Taufpatin verbunden. Königinnen, Fürstinnen, First Ladys, Schauspielerinnen, Musikerinnen oder Sportlerinnen haben Kreuzfahrtschiffe getauft. Ihre Namen bleiben mit dem Schiff verbunden.

Bei der Mein Schiff Flow hat TUI Cruises bewusst einen anderen Weg gewählt. Nicht eine prominente Persönlichkeit sollte den Neubau taufen, sondern Gäste aus der Mein Schiff Gemeinschaft. Die Reederei rief zu einem Wettbewerb unter Fans und Passagieren auf. Am Ende wurde daraus sogar eine Premiere: Erstmals in der Geschichte von TUI Cruises übernahmen drei Frauen gemeinsam die Patenschaft für einen Neubau.

In der offiziellen Kommunikation werden diese drei Frauen allerdings stets nur bei ihren Vornamen genannt: Julia, Annabelle und Karin. Genau das macht die Geschichte etwas merkwürdig. Denn einerseits sollen sie stellvertretend für die Vielfalt der Gäste stehen, für persönliche Reiseerlebnisse und für die besondere Verbindung vieler Menschen zur Mein Schiff Flotte. Zugleich bleiben sie als Personen merkwürdig unzugänglich.

Warum die Anonymität auffällt

Bei einer Schiffstaufe ist das ungewöhnlich. Wer ein Schiff tauft, wird auch Teil der Geschichte dieses Schiffes. Dass ausgerechnet bei dieser Premiere die Nachnamen der Patinnen kaum eine Rolle spielen, wirkt deshalb eigenartig. Die drei Frauen stehen im Mittelpunkt der Inszenierung, bleiben öffentlich aber annähernd anonyme Repräsentantinnen.

Uns fällt kein Beispiel dazu ein. Selbst bei der Taufe der Queen Anne von Cunard, bei der 2024 nicht eine einzelne Person, sondern gleich die Stadt Liverpool als Taufpatin benannt wurde, standen am Ende fünf namentlich bekannte Frauen stellvertretend für die Stadt auf der Bühne: Spice-Girl Melanie C, die Radiomoderatorin und Community-Aktivistin Ngunan Adamu, die Gastronomin Natalie Haywood, die Musik- und Kulturpersönlichkeit Jayne Casey sowie die britische Siebenkämpferin Katarina Johnson-Thompson.

Was TUI Cruises dazu sagt

TUI Cruises sieht darin offenbar keinen Widerspruch. Auf Nachfrage nennt die Reederei keinen besonderen Grund für die zurückhaltende Namensnennung. Auch Datenschutz sei nicht der ausschlaggebende Punkt. Kuzey Esener, Director Communications bei TUI Cruises, erklärt gegenüber CRUCERO: „Die Verwendung des Vornamens wirkt für unsere Gäste persönlicher und nahbarer. Vor- und Nachname erscheint in diesem Zusammenhang aus unserer Sicht eher formell, daher stellen wir die Patinnen bewusst mit ihrem Vornamen vor.“

TUI Cruises weist darauf hin, dass die vollständigen Namen der drei Patinnen in den Videoclips zur Taufe zu sehen sind, wenn auch nur kurz. Geheim sind sie also nicht. In der eigentlichen Erzählung rund um die Taufe spielen sie aber kaum eine Rolle.

Die drei Taufpatinnen der Mein Schiff Flow

Deshalb seien sie hier aus Chronistenpflicht genannt: Die drei Taufpatinnen der Mein Schiff Flow heißen Julia Gärtner, Annabelle Küpper und Karin Steinborn.

Julia Gärtner war elf Jahre alt, als sie 2016 zum ersten Mal an Bord eines Schiffes der Mein Schiff Flotte ging. Die Reise führte sie über den Atlantik, von Hamburg nach New York. Besonders der Moment vor der Freiheitsstatue ist ihr bis heute im Gedächtnis geblieben. „Es war ein großes Abenteuer“, sagt die passionierte Basketballerin. Als mit 20 Jahren jüngste der drei Patinnen steht sie für eine neue Generation von Kreuzfahrern: neugierig, offen und mit einem ganz selbstverständlichen Blick in die Welt.

Annabelle Küpper verbindet mit ihren Reisen weit mehr als nur schöne Ziele. Freundschaft, Liebe und echte Verbundenheit habe sie an Bord von Mein Schiff gefunden, inzwischen auf 25 Kreuzfahrten. Sie mag vor allem die stillen Augenblicke: früh am Morgen auf einem noch ruhigen Deck, einen Kaffee in der Hand, das Meer vor sich.

Karin Steinborn ist mehr als 50 Mal mit der Mein Schiff Flotte gereist. Mit jedem der acht Schiffe verbindet sie eigene Erinnerungen: Familienmomente und gemeinsame Feiern, die über die Jahre zu festen Traditionen geworden sind. Mit ihrer herzlichen, lebensfrohen Art steht sie für ein Gefühl, das viele Stammgäste kennen: an Bord zusammenkommen, den Alltag hinter sich lassen und besondere Augenblicke bewusst genießen.

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