Nach der Kollision der „Mein Schiff 3“ mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven hat TUI Cruises die geplante 20-tägige Kanarenkreuzfahrt abgesagt. Das bestätigte die Reederei am Montag, 26. Oktober 2026, auf Anfrage von CRUCERO. Die Schäden am Kreuzfahrtschiff sind so erheblich, dass kurzfristige Reparaturen in einer Werft erforderlich werden. Wie lange die „Mein Schiff 3“ ausfallen wird, ist noch offen. Bei dem Unfall wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand verletzt.
Die Entscheidung zur Absage fiel nach ersten Untersuchungen durch technische Teams und Sachverständige, die unmittelbar nach dem Zusammenstoß mit der Begutachtung des Kreuzfahrtschiffes begonnen hatten. Die „Mein Schiff 3“ liegt weiterhin an der Pier in Bremerhaven.
„Wir wissen, wie sehr sich unsere Gäste auf diese Reise gefreut haben und bedauern die damit verbundenen Unannehmlichkeiten sehr“, erklärte TUI Cruises gegenüber CRUCERO. Die Reederei bezeichnete die Absage angesichts der Schäden als notwendige Entscheidung, um die Sicherheit von Passagieren und Besatzung zu gewährleisten.
Zwei Containerschiffe bei Kollision beschädigt
Der Unfall hatte sich am Sonntag, 25. Oktober, gegen 17.30 Uhr beim Auslaufen aus Bremerhaven ereignet. Die „Mein Schiff 3“ verließ das Kreuzfahrtterminal mit Unterstützung von Schleppern, als sie auf Höhe der Stromkaje von einer starken Windböe erfasst wurde. Das Kreuzfahrtschiff trieb daraufhin auf zwei dort festgemachte Containerschiffe zu und kollidierte mit ihnen.
Zunächst war lediglich von einem beteiligten Frachter die Rede gewesen. Die Polizei Bremen stellte am Montag klar, dass tatsächlich zwei Containerschiffe beschädigt wurden. TUI Cruises bestätigte diese Angaben inzwischen ebenfalls.
Am kleineren Frachter entstand nach Polizeiangaben leichter Sachschaden. Das größere Containerschiff erlitt dagegen erhebliche Beschädigungen: Seine Backbordseite wurde auf mehreren Metern oberhalb der Wasserlinie aufgerissen, zudem wurden Containerführungen verformt.
Auch die „Mein Schiff 3“ wurde erheblich beschädigt. Betroffen sind insbesondere Rettungsboote, die zugehörigen Kräne sowie die Außenhaut des Kreuzfahrtschiffes. Zu Wassereinbrüchen kam es auf keinem der drei beteiligten Schiffe. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es auch keine Verletzten.
Reparaturen in einer Werft notwendig
Nach der Kollision kehrte die „Mein Schiff 3“ zum Kreuzfahrtterminal zurück. Die zuständige Dienststelle Schiffssicherheit verhängte für alle drei beteiligten Schiffe ein Auslaufverbot.
Inzwischen steht fest, dass die Beschädigungen am Kreuzfahrtschiff nicht kurzfristig am Liegeplatz behoben werden können. Nach Angaben von TUI Cruises sind Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich. Wo diese erfolgen sollen und wie lange sie dauern werden, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.
Damit bleibt auch offen, ob der Unfall Auswirkungen auf weitere geplante Kreuzfahrten der „Mein Schiff 3“ haben wird.
Kanarenkreuzfahrt abgesagt – Informationen für Passagiere folgen
Für die Gäste der ursprünglich am 25. Oktober begonnenen Reise „Zeitlose Kanaren“ bedeutet die Entscheidung, dass die geplante 20-tägige Kreuzfahrt nicht stattfinden wird.
TUI Cruises kündigte an, die betroffenen Gäste umfassend zu informieren und bei den nächsten Schritten zu unterstützen. Konkrete Angaben zu Erstattungen, Entschädigungen oder zur Organisation der Abreise machte die Reederei in ihrer Stellungnahme zunächst nicht.
Weitere Informationen will das Unternehmen veröffentlichen, sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen.
Die Wasserschutzpolizei Bremen setzt unterdessen ihre Ermittlungen zum Unfallhergang fort. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen von einer starken Windböe in Richtung der beiden Containerschiffe gedrückt. Ob weitere Umstände zu dem Zusammenstoß beitrugen und weshalb das Auslaufmanöver trotz der stürmischen Wetterbedingungen begonnen wurde, ist bislang nicht geklärt.











