Ein persönlicher Reisebericht von Sebastian P. Faust
Im März erreicht uns die freudige Nachricht: Wir haben eine Kreuzfahrt mit der Celebrity Xcel gewonnen! Nach einer kurzen organisatorischen Klärung auf der Arbeit steht fest, dass wir den Preis tatsächlich annehmen können. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an CRUCERO, Ihr Kreuzfahrtberater und Celebrity Cruises für diesen großartigen Gewinn!
Von da an ist die Vorfreude riesig. Natürlich beginnen sofort die Vorbereitungen: das Schiff vorab über Videos erkunden, schauen, was Celebrity so bietet, und die Frage klären, wie wir am besten zum Flughafen nach Frankfurt kommen. Schließlich entscheiden wir uns für eine Übernachtung in Frankfurt vor der Reise.
Im Nachhinein ist das möglicherweise eine sehr glückliche Entscheidung.
Unsere Koffer haben wir bereits am Vorabend eingecheckt. Gerade machen wir es uns im Hotel gemütlich, als Lufthansa unseren Flug für den nächsten Morgen annulliert.
Die Kurzfassung des folgenden Abends: ein Gespräch am Service Desk, ein Telefonat mit Celebrity in den USA und leider keine perfekte Lösung. Immerhin bekommen wir Plätze auf der Warteliste für den nächsten Flug am Morgen. Wenn wir mitkommen, würde uns dieser noch rechtzeitig zum Schiff bringen.
Nach einer entsprechend unruhigen Nacht kommt rund 20 Minuten vor Abflug endlich die erlösende Nachricht: „Wir fliegen!“
Endlich an Bord!
Der Check-in auf der Celebrity Xcel ging anschließend erfreulich schnell. Vieles konnten wir bereits vor der Anreise über die wirklich gute Celebrity-App erledigen. Noch ein kurzes Foto vom Pass, und wir waren an Bord.
Der erste Eindruck: Wow! Das Schiff sah tatsächlich genauso beeindruckend aus wie in den Videos.
Nach der Anreise waren wir allerdings vor allem eines: hungrig. Von der Kabine ging es zunächst zur Musterstation. Die eigentliche Sicherheitseinweisung hatten wir bereits digital absolviert. Vor Ort mussten wir uns nur noch registrieren lassen, erhielten eine kurze Einweisung und konnten offene Fragen klären.
Danach ging es direkt nach oben ins Oceanview Café. Das Buffet hat uns bereits beim ersten Besuch geflasht. Auswahl und Präsentation kannten wir in dieser Form von den uns vertrauten Reedereien AIDA, Mein Schiff und MSC nicht. Entsprechend schnell waren wir uns einig: Hier kommen wir heute Abend noch einmal her.
Bei der ersten Erkundungstour bestätigte sich unser Eindruck. Überall gab es schöne Ecken und unterschiedlich gestaltete Bereiche. Vor allem aber beeindruckte uns das großzügige Raumgefühl. Gefühlt fehlte ständig die Hälfte der Mitreisenden.
Dieses Gefühl blieb während der gesamten Reise bestehen. Obwohl rund 3.000 Kreuzfahrer mit uns unterwegs waren, hatten wir eigentlich nie Schwierigkeiten, irgendwo einen Platz zu finden.
Am ersten Seetag starteten wir wieder mit einem Frühstück im Oceanview Café. Die Auswahl war international und riesig. Wer hier nichts findet, kann eigentlich keinen Hunger haben. Besonders beeindruckend fanden wir, dass sich das Angebot während der Reise immer wieder veränderte. Am Ende landeten wir deutlich häufiger hier als ursprünglich geplant.
Beim Verdauungsspaziergang erkundeten wir weitere Bereiche des Schiffes. Am Pool war inzwischen ordentlich etwas los. Hier bemerkten wir erstmals deutlich den amerikanischen Einfluss. Das Animationsprogramm zog sich fast durch den ganzen Tag: Wassergymnastik, Volleyball im Pool, Gruppenspiele, Musikbingo und vieles mehr. Langeweile hatte hier jedenfalls schlechte Karten.
Im Solarium, ungefähr vergleichbar mit dem Beach Club bei AIDA, herrschte dagegen relative Ruhe. Der Bereich ist erst ab 16 Jahren zugänglich und kommt ohne Animation aus. Dank der Klimatisierung war es dort selbst bei den hohen Außentemperaturen angenehm.
Aber auch auf den übrigen Außendecks gab es zahlreiche Möglichkeiten, in der Sonne oder im Schatten zu sitzen. Einen freien Platz fanden wir eigentlich immer.
Für uns als Nichtraucher war außerdem angenehm, dass der Nichtraucherschutz an Bord konsequent umgesetzt wurde. Für Raucher gab es kleine, abgegrenzte und trotzdem gemütliche Bereiche. Auf den Infinite Verandas wie unserer war Rauchen verboten, sodass bei geöffnetem Fenster kein Rauch von Nachbarbalkonen in die Kabine zog.
Gerade bei Temperaturen von über 30 Grad fanden wir diese Kabinenart genial. Man kann klimatisiert hinter der großen Scheibe sitzen und den Blick nach draußen genießen. Für Fotos oder etwas Frischluft öffnet man einfach den oberen Teil der Fensterfront.
Ganz ohne Tücken war die Technik allerdings nicht. Das Zusammenspiel zwischen Fenster und Verdunkelungsrollo erwies sich in unserer Kabine als ziemlich empfindlich. Der Techniker wurde deshalb im Laufe der Reise fast schon zu einem regelmäßigen Besucher.
Die Kabine wurde zweimal täglich gereinigt, was wir ebenfalls zu schätzen wussten. Handtücher und feuchte Kleidung trockneten aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nur sehr langsam. Auch die Raumaufteilung, insbesondere das großzügige Bad mit der überraschend geräumigen Dusche, erinnerte uns eher an Suiten oder den MSC Yacht Club als an eine normale Balkonkabine.
Das WLAN an Bord funktionierte in Verbindung mit der Celebrity-App tadellos. Die App wusste zuverlässig, was gerade wo stattfand, und teilweise offenbar besser als wir selbst, was wir als Nächstes vorhatten.
Auch abseits von Pool und Außendecks gab es ständig Neues zu entdecken. An der Martini Bar wurde aus dem Getränkeservice regelmäßig eine kleine Show. The Bazaar am Heck gefiel uns mit seiner ungewöhnlichen Gestaltung, wechselnden Inszenierungen und Musik besonders gut.
Und obwohl wir vom Oceanview Café bereits begeistert waren, entdeckten wir mit dem Spice noch einen weiteren Lieblingsplatz: entspannt frühstücken mit Meerblick und deutlich mehr Ruhe.
Eine Woche reicht eigentlich kaum aus, um dieses Schiff vollständig zu entdecken.
Valletta: Ein kurzer Stadtspaziergang bei großer Hitze
Unser erster Stopp führte uns nach Valletta auf Malta. Schon am Morgen lagen die Temperaturen deutlich über 30 Grad, eine Marke, die wir während der restlichen Reise kaum noch unterschritten.
Dass der August für ausgedehnte Erkundungstouren im Mittelmeer vielleicht nicht die ideale Reisezeit ist, war uns vorher bewusst. Deshalb entschieden wir uns nur für einen kleinen Stadtspaziergang.
Mit dem Aufzug ging es für den obligatorischen Euro hinauf in die Stadt. Von dort hat man einen tollen Blick über den Hafen und natürlich auf das eigene Schiff. Anschließend liefen wir mit einigen kleinen Umwegen zurück zur Xcel.
Nach ungefähr einer Stunde waren wir wieder an Bord, und unsere Kleidung hätte problemlos als frisch gewaschen durchgehen können.
Zum Glück lässt sich Valletta auch vom Schiff aus hervorragend anschauen. Die vielen schattigen Bereiche an Bord machten die Temperaturen deutlich angenehmer.
Die Stadt kannten wir bereits von unserem Besuch im vergangenen Jahr. Außerdem war für Oktober eine weitere Reise mit der AIDAblu geplant, die uns auch zu einigen anderen Zielen dieser Kreuzfahrt führen sollte. Manchmal ist das Timing eben nicht perfekt: Man bucht seinen Urlaub, und dann schlägt plötzlich der glückliche Zufall zu und man gewinnt zusätzlich eine Traumreise.
Santorini: Traumhafte Aussichten und volle Gassen
Nach einem weiteren Seetag, an dem unser Kapitän Kirk, nicht James T., auch wenn er uns durch nahezu unendliche Meere steuerte, im Theater ein kleines Rockkonzert gab, erreichten wir zum Sonnenaufgang die Bucht von Santorini.
Unser Ziel für diesen Besuch war vor allem herauszufinden, wie wir die Insel bei unserer nächsten, bereits geplanten Reise im Oktober auf eigene Faust erkunden könnten.
Das Ausflugsprogramm von Celebrity war umfangreich, preislich allerdings eher am oberen Ende dessen angesiedelt, was wir von anderen Reedereien kennen. Da wir ohnehin individuelle Landgänge bevorzugen, verzichteten wir auf einen organisierten Ausflug.
Einen frühen Tender reservierten wir ebenfalls nicht. Über die App hätte das problemlos funktioniert, aber ab etwa 10 Uhr sollten die Tenderboote ohnehin zur freien Nutzung zur Verfügung stehen.
Der Magic Carpet befand sich auf Wasserlevel, und tatsächlich kam pünktlich die Durchsage: freie Tender.
Die örtlichen Tenderboote legten direkt am Magic Carpet an. Der Zugang erfolgte über Deck 2 und das Destination Gateway, einen wirklich gelungenen Ein- und Ausstiegsbereich. Im Hafen werden dort große Seitenklappen geöffnet, sodass Tageslicht in den Bereich fällt.
Der Einstieg in die Tender funktionierte bequem und vor allem ohne nennenswerte Wartezeiten. In dieser Form und Organisation hatten wir das bisher noch nicht erlebt.
Vom Old Port nahmen wir anschließend die Seilbahn nach Fira. Der Preis war offenbar in dieser Saison auf stolze zehn Euro pro Person und Strecke gestiegen.
Oben angekommen erkundeten wir zunächst einige Gassen entlang der Caldera mit dem fantastischen Blick auf die Bucht und die dort liegenden Schiffe. Neben unserer Xcel hatten sich inzwischen die Celestyal Journey und ein kleinerer Segelkreuzfahrer dazugesellt.
Damit waren an diesem Tag nur ungefähr 4.500 Kreuzfahrtgäste vor Ort statt der möglichen rund 8.000. Uns reichte das bereits vollkommen. Wie es sich dort mit fast doppelt so vielen Menschen anfühlt, wollten wir uns lieber nicht vorstellen.
Anschließend suchten wir die öffentliche Bushaltestelle. Wir hatten gelesen, dass von dort Busse nach Oia fahren, und genau diese Möglichkeit wollten wir für Oktober testen.
Bushaltestelle gefunden, Bus gefunden, Ticket für 2,50 Euro gekauft. Erstaunlich unkompliziert.
Der klimatisierte Reisebus fuhr los, sobald nahezu alle Plätze besetzt waren. Ein Fahrplan hing dort zwar ebenfalls. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass er hauptsächlich deshalb dort hing, weil es sich nun einmal um eine Bushaltestelle handelte. Mit den tatsächlichen Abfahrtszeiten hatte er offenbar nur eine eher lose Beziehung.
Nach ungefähr 30 Minuten erreichten wir Oia und wurden recht zentral abgesetzt.
Der Ort ist zweifellos hübsch und einen Besuch wert. Gleichzeitig bilden sich an vielen Stellen lange Schlangen für eines der berühmten Fotomotive.
Wir haben an dieser Stelle ein wenig geschummelt. Vor uns lief eine kleine Gruppe mit Guide. Als dieser an einer langen Warteschlange vorbeiging, sagte er nur: „Trust me, the view is good and you don’t have to wait an hour.“ Das überzeugte uns. Also Kopf runter und möglichst unauffällig hinter den sechs Teilnehmern her. Er hatte recht. Der Blick war gut und für uns völlig ausreichend.
Generell hatten wir in Oia allerdings das Gefühl, dass einige Orte und Fotospots inzwischen stark unter ihrer eigenen Bekanntheit leiden. Überfüllte Gassen laden nicht unbedingt zum entspannten Bummeln ein. Am Ende gefiel uns der Blick auf die Windmühlen sogar besser als die berühmten blauen Kuppeln.
Für den Rückweg wollten wir eigentlich ein Wassertaxi oder Ausflugsboot nehmen. Was soll ich sagen: Der Plan war gut. Nur leider offenbar nicht für diese Fahrtrichtung. Die örtlichen Anbieter fahren überwiegend von Fira beziehungsweise dem Hafen nach Oia, nicht umgekehrt.
Also zurück zum Bus. Diesmal war der Andrang deutlich größer, und auch die Stehplätze wurden genutzt. Im Ergebnis macht es allerdings kaum einen Unterschied: Entweder steht man im Bus oder an der Bushaltestelle und wartet auf den nächsten.
Zurück in Fira liefen wir Richtung Seilbahn. Zumindest dachten wir das. Irgendwann stellten wir fest, dass wir offenbar falsch abgebogen waren und bereits ein gutes Stück auf dem Fußweg Richtung Hafen zurückgelegt hatten. Wieder hinauf zur Seilbahn? Oder einfach weiter nach unten? Wir entschieden uns für Variante zwei.
Eine wichtige Erkenntnis für zukünftige Santorini-Besucher: Birkenstock, Adiletten und Flip-Flops sind für diesen Weg nur eingeschränkt empfehlenswert. Selbst mit unseren Turnschuhen waren einige der glatten Stufen durchaus spannend. Noch spannender war allerdings zu beobachten, mit welchem Schuhwerk sich andere Besucher dort hinunterwagten.
Kuşadası: „Better than original“
Auch unser nächster Stopp, Kuşadası, war für uns neu. Wir entschieden uns für einen Spaziergang entlang der Küste und besuchten die Festung. Der kleine Stadtstrand direkt am Hafen überzeugte uns für einen längeren Aufenthalt nicht. Einen etwas weiter entfernten Strand heben wir uns für einen möglichen nächsten Besuch auf.
Deutlich unterhaltsamer war der Stadtbummel. Die Geschäfte boten ein erstaunlich umfangreiches Sortiment sämtlicher bekannter Marken bis hin zu Luxusmodellen. Preise waren nur selten ausgezeichnet, dafür schien praktisch alles verhandelbar.
Mehrere Verkäufer versicherten uns, ihre Ware sei „Better than original“. Den endgültigen Beweis dafür blieben sie uns allerdings schuldig.
Mykonos: Die Insel macht ihrem Namen alle Ehre
Über die Celebrity Today erfuhren wir am Abend, dass sich für den nächsten Morgen etwas geändert hatte: Unser geplanter Liegeplatz auf Mykonos stand nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen sollten wir erneut auf Reede liegen.
Da wir für den nächsten Tag einen privaten Ausflug gebucht hatten, reservierten wir über die App ein Tenderfenster von 8:30 bis 9:00 Uhr. Die App bestätigte die Reservierung und erinnerte uns am Morgen zuverlässig daran. Pünktlich um 8:30 Uhr kam die Push-Nachricht mit der Aufforderung, uns zum Tenderbereich zu begeben.
An der Martini Bar mussten wir vielleicht fünf Minuten warten. Dann ging es bei ziemlich windigen Bedingungen wieder über den Magic Carpet in die örtlichen Tenderboote.
Unser privater Guide zeigte uns Mykonos anschließend von vielen verschiedenen Seiten. Es wurde ein richtig gelungener Tag. Und die „Insel der Winde“ machte ihrem Namen alle Ehre. Die Norwegian Pearl brach ihre Anfahrt nach Mykonos sogar ab. Am Ende waren wir das einzige Kreuzfahrtschiff vor Ort.
Unser Guide erzählte uns, dass Schiffe bei starken Winden häufiger abdrehen müssten. Celebrity habe seiner Aussage nach aber traditionell eine enge Verbindung zu Griechenland. Schließlich gehe das große X am Schornstein noch auf die griechische Chandris-Gruppe zurück. Das X stehe für den griechischen Buchstaben Chi.
Und griechische Besatzungen, so seine Geschichte weiter, würden diese Gewässer besonders gut kennen und sich deshalb manchmal etwas mehr zutrauen.
Ob jeder Teil dieser Geschichte einer nautisch-historischen Überprüfung standhält, wissen wir nicht. Aber uns gefiel sie. Und angesichts der Geschichten über mutige griechische Seefahrer beschlossen wir, unserem Guide einfach zu glauben.
Athen und Abschied
Bereits am nächsten Morgen erreichten wir früh Athen. Für den Abreisetag hatten wir bewusst einen längeren Aufenthalt an Bord gebucht. Ab etwa 10 Uhr hatten wir dadurch stellenweise tatsächlich das Gefühl, die Xcel fast für uns allein zu haben.
Ein Concierge ermöglichte uns außerdem noch einen Besuch im Retreat, dem Suitenbereich der Celebrity Xcel. Dieser ist sehr liebevoll gestaltet, wirkte auf uns allerdings etwas weniger in sich geschlossen und durchdacht als der Yacht Club auf den MSC-Schiffen.
Ein wirklich fairer Vergleich ist das natürlich nicht. Schließlich waren wir im Retreat nur zu Besuch. Um 14 Uhr brachte uns schließlich der Celebrity-Shuttle zum Flughafen von Athen. Damit ging eine echte Traumreise zu Ende.
Wir waren uns beim Abschied jedenfalls einig: Unsere Erfahrungen mit der Celebrity Xcel waren ausgesprochen positiv. Das großzügige Raumgefühl, das hervorragende gastronomische Angebot und die Organisation an Bord haben uns beeindruckt.
Und wenn Route und Preis stimmen, war dies ganz sicher nicht unsere letzte Reise mit Celebrity.
























