AIDA Cruises hat beim erstmals ausgerichteten Innovation Hub drei Projekte aus den Bereichen Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit sowie KI und digitale Lösungen ausgezeichnet. Die Konzepte beschäftigen sich mit der Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser, dem Einsatz von Holz im Schiffbau und einer digitalen Navigation an Bord. Insgesamt hatten sich mehr als 150 Ideen für den Wettbewerb beworben, neun Projekte erreichten das Finale in Rostock.
Für die drei Siegerprojekte endet der Wettbewerb nicht mit der Auszeichnung: AIDA will gemeinsam mit den jeweiligen Projektpartnern prüfen, wie sich die Konzepte praktisch umsetzen lassen. Vorgesehen sind je nach Projekt eine Umsetzungsstudie oder ein Pilotprojekt an Bord eines Schiffes der AIDA-Flotte. Bereits bei den Feiern zum 30-jährigen Bestehen hatte die Reederei den Innovationswettbewerb angekündigt.
Wärme aus Abwasser zurückgewinnen
In der Kategorie Dekarbonisierung setzte sich die revincus GmbH aus Weimar durch. Ihr Konzept sieht vor, thermische Energie aus dem Abwasser eines Kreuzfahrtschiffes zurückzugewinnen und erneut an Bord zu nutzen. Ein automatisiertes Reinigungssystem soll dafür sorgen, dass die für die Wärmeübertragung benötigten Flächen während des Betriebs funktionsfähig bleiben. Ziel ist es, dadurch den Energiebedarf des Hotelbetriebs zu verringern.
Das Projekt ergänzt damit andere Ansätze, mit denen AIDA den Energieverbrauch und die Emissionen seiner Flotte reduzieren will. Dazu gehören unter anderem alternative Kraftstoffe, Landstrom sowie Energie- und Speichersysteme.
Holz für ausgewählte Bereiche des Schiffbaus
Den Nachhaltigkeitspreis erhielt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem Projekt „WoodShip“. Untersucht wird, ob Holz künftig stärker für bestimmte Schiffsstrukturen und Außenbereiche genutzt werden kann. Als mögliche Anwendungen nennt das Projekt unter anderem Sichtschutzelemente, Verkleidungen und Bauteile im Bereich von Balkonen.
Dabei geht es nicht um einen Schiffsrumpf aus Holz, sondern um den gezielten Einsatz des nachwachsenden Rohstoffs für geeignete Bauteile. Berücksichtigt werden müssen dabei unter anderem Gewicht, Brandschutz und eine möglichst standardisierte Fertigung.
Digitale Navigation soll Orientierung an Bord erleichtern
In der Kategorie „KI-Tools & Smarte Lösungen“ wurde die contagt GmbH aus Mannheim ausgezeichnet. Das Unternehmen hat eine digitale Indoor-Navigation entwickelt, die Gästen bei der Orientierung auf großen Kreuzfahrtschiffen helfen soll. Vorgesehen sind unter anderem mehrsprachige Informationen, barrierefreie Routen und standortbezogene Hinweise.
Die Technik könnte als White-Label-Lösung in bestehende digitale Anwendungen von AIDA integriert werden. Ob und auf welchen Schiffen sie tatsächlich zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. Die Reederei hat zuletzt auch in anderen Bereichen digitale Abläufe getestet, beispielsweise bei einem Pilotprojekt zur Einschiffung über Self-Service-Terminals in Hamburg.
Die drei Sieger wurden von einer fünfköpfigen Jury aus Wissenschaft, Industrie und Kreuzfahrt ausgewählt. Bewertet wurden unter anderem Innovationsgrad, Umsetzbarkeit und die Relevanz für die maritime Branche. Die insgesamt neun Finalprojekte reichten von Energieeffizienz und neuen Materialien über Kreislaufwirtschaft und Schallminderung bis zu digitalen Analyse- und Orientierungslösungen.















