Wenn das Schiff zum Sommer 2028 unter neuem Eigner in Dienst gestellt werden soll, sollten auch bald mehr Details an die Öffentlichkeit gelangen. Einem Bericht von Cruise Industry News zufolge soll die Sirena für einen hohen sechsstelligen Betrag verkauft worden sein. Die Sirena, ein Schiff der R‑Klasse, die zwischen 1998 und 2001 für die frühere Reederei Renaissance Cruises gebaut wurde, hat Platz für 684 Passagiere. Auf dem deutschsprachigen Markt kommen nach Einschätzung von Crucero die Veranstalter Phoenix Reisen, Plantours und Nicko Cruises für einen möglichen Einsatz der Sirena in Betracht.
„Schön, aber viel zu teuer“
Auf Nachfrage äußerte sich Phoenix-Reisen-Geschäftsführer Benjamin Krumpen direkt klar: „Schönes Schiff, aber viel zu teuer. Wir sind es nicht.“ Phoenix Reisen trennt sich in wenigen Wochen von der MS Deutschland und verliert damit ein Hochsee-Kreuzfahrtschiff in den Sommermonaten. Das Bonner Unternehmen hatte die im Jahr 1998 von der Reederei Peter Deilmann in Dienst gestellte Deutschland nach der Insolvenz von Deilmann seit 2016 zwischen April und September im Charter. Im Wintersemester war das Schiff, das im Stil eines Grandhotels der 1920er-Jahre designt wurde, als schwimmende Universität für „Semester at Sea“ unterwegs. Nach dem Ausscheiden der Deutschland verbleiben Phoenix die Amera, die Amadea und die Artania. Allesamt gebraucht von Premium-Anbietern gekauft. Die Flotte wolle man sehr gerne erweitern, aktuell sei aber kein geeignetes Schiff auf dem Markt, so Krumpen.
Unter der Regie der italienischen Muttergesellschaft Ligabue betreibt der Hamburger Veranstalter Plantours mit der MS Hamburg das kleinste Kreuzfahrtschiff Deutschlands mit Platz für 400 Gäste. In der Branche ist es kein Geheimnis, dass auch Plantours Ausschau nach einem weiterem Hochsee-Kreuzfahrtschiff hält. Zu einer möglichen Übernahme der Sirena äußert sich der Veranstalter nicht und erklärt gegenüber Crucero: „Mögliche Geschäftsentwicklungen kommentieren wir nicht öffentlich.“
Weitere internationale Übernahme-Kandidaten
Klarer hingegen die Rückmeldung des Stuttgarter Veranstalters Nicko Cruises, eine Tochtergesellschaft der portugiesischen Mystic Invest Holding, zu der auch die Reederei Mystic Cruises gehört. Eigentümer Mário Ferreira hatte nach der Insolvenz von TransOcean die Vasco da Gama gekauft, die seither als einziges Hochsee-Kreuzfahrtschiff von Nicko Cruises auf dem deutschen Markt vermarktet wird. Auch von Nicko Cruises war bereits mehrfach zu hören, dass man nach der Etablierung der Vasco da Gama bereit für ein zweites Hochsee-Schiff sei. Sprecherin Sandra Huck erklärte jetzt, die Oceania Sirena sei „zweifellos ein schönes Schiff in einem sehr guten Zustand und würde grundsätzlich auch zu unserem Portfolio passen.“ Einen Kauf des Schiffes durch Mystic Cruises beziehungsweise Nicko Cruises könne man jedoch nicht bestätigen.
Neben diesen deutschsprachigen Kreuzfahrt-Playern könnten die britischen Anbieter Fred. Olsen, Ambassador sowie das indische Unternehmen Cordelia oder die zypriotische Reederei Celestyal Cruises Kandidaten für die Sirena-Übernahme sein.
Die Sirena verlässt die Oceania-Flotte ebenso wie das Schwesterschiff Regatta, das für zwei Jahre an myCruises verchartert wird. Die weitere Schwester, Nautica, wird umfangreich umgestaltet und soll als Oceania Aurelia wieder in Dienst gehen. Die Insignia bleibt damit nach jetztigem Stand das letzte verbliebene Schiff der R‑Klasse bei Oceania. Erst 2019 wurde die Sirena von Oceania Cruises umfangreich modernisiert. Entstanden sind auf dem Schiff 14 Oceanview Staterooms auf Deck sechs speziell für Alleinreisende.















