Kreuzfahrten auf Hochseeschiffen werden bei Familien mit Kindern immer beliebter. Für das Freizeitprogramm an Bord gibt es stets neue Ideen, und zahlreiche Landausflüge sind auch für junge Kreuzfahrer geeignet.
Die Reiseveranstalter bieten für Reisekunden mit Kindern unterschiedliche Angebote an. Daher gilt es, Leistungs- und Preisangebote genau zu vergleichen.
Bei Flugreisen zum Schiff während der Schulferien sollte man als interessierter Kunde auch Abflughäfen in einem anderen Bundesland ins Auge fassen, in dem keine Ferien sind. Manchmal ist es günstiger.
Getränkepakete für Familien helfen, die Zusatzkosten an Bord überschaubar zu halten; auch insoweit sollten die vielfältigen Angebote detailliert miteinander verglichen werden. Familiengerechte Kabinen unterscheiden sich durchaus, so dass der Reisekunde im Rahmen der Buchung genau hinterfragen sollte, ob die jeweilige Kabine seine Anforderungen und Erwartungen erfüllt. Einige Reiseanbieter bieten die kostenfreie Mitnahme von Kleinkindern an. Wer allerdings mit seinem Baby an Bord gehen möchte, muss die Vorgaben der Reiseveranstalter beachten. Zumeist sind Babys unter 6 Monaten von einer Reise aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Auf Routen mit mehreren Seetagen hintereinander ist ein Mindestalter von 12 Monaten vorgeschrieben.
Werdende Mütter müssen darauf achten, dass es nach Vorgaben der Kreuzfahrtanbieter Einschränkungen gibt. In der Regel werden schwangere Frauen nur bis zur 24. Schwangerschaftswoche mit auf die Seereise genommen.
Programm für Kinder
In welchem Umfang ein kindgerechtes Animationsprogramm, eine Kinderbetreuung und andere besondere Einrichtungen und Leistungen für Kinder an Bord zur Verfügung stehen, ist aus der Reiseausschreibung des Anbieters zu entnehmen. Werden entsprechende Ausstattungsmerkmale und Programme angepriesen, werden sie Vertragsbestandteil und die reisende Familie kann beim Fehlen zugesagter Leistungen einen Reisemangel geltend machen.
Reisedokumente
Der Reiseveranstalter muss vor Buchung der Reise darüber informieren, welche Reisedokumente für Erwachsene und Kinder notwendig sind. Für Kinder gelten manchmal besondere Bestimmungen, so dass die Informationen vom Reisekunden unbedingt zu beachten sind. Bei Reisen mit Aufenthalt oder Transit in den USA ist bei Nutzung des Kinderreisepasses ein Visum erforderlich; eine ESTA-Genehmigung reicht nicht aus. Bei anderen Zielen (z. B. Malediven) darf beispielsweise ein Kinderreisepass nicht verlängert worden sein.
Reisen Jugendliche und Kinder ohne ihre Eltern, gibt es ebenfalls einiges zu beachten.
Wenn zum Beispiel Großeltern mit ihren minderjährigen Enkeln an Bord gehen, ist unbedingt eine Reisevollmacht mitzunehmen, die auch beinhaltet, dass Ärzte bei Behandlung der Minderjährigen von ihrer Schweigepflicht gegenüber Oma und Opa entbunden werden. Im Internet finden sich Vordrucke für Reisevollmachten, die kostenlos heruntergeladen werden können.
Aufsichtspflicht
Eltern haben auch an Bord eine Aufsichtspflicht für ihre minderjährigen Kinder. Jüngere Kinder benötigen eine umfangreichere Aufsicht als Jugendliche. Je nach Alter, Charakter und Reifezustand des Kindes darf es aber auch zeitweise alleine an Bord unterwegs sein. Eltern können ihre Aufsichtspflicht auf dritte Personen übertragen (Kinderbetreuung an Bord). Da auch Kinder Schäden auf einem Kreuzfahrtschiff verursachen können, ist es nicht nur für den Urlaub ratsam, eine private Haftpflichtversicherung mit weltweitem Schutz zu haben.
Versicherung
Jeder, der eine Kreuzfahrt macht, sollte eine Auslandskrankenversicherung mit im Gepäck haben. Das gilt auch für die Kinder.
Die Bordhospitäler auf Hochseekreuzfahrten sind in der Regel gut ausgestattet. Ärztliche Behandlungen an Bord werden jedoch privat abgerechnet. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur einen Teil der Behandlungskosten – und das auch nur innerhalb Europas. Auf einem Kreuzfahrtschiff hat man Europa aber schnell verlassen. Es kommt dabei nicht auf das Seegebiet an, sondern auf die Flagge, unter der das Schiff fährt. Selbst wenn man auf einem Schiff eines deutschen Reiseveranstalters oder einer Reederei unterwegs ist, bedeutet das nicht, dass das Schiff auch unter einer europäischen Flagge angemeldet ist. In solchen Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung keinerlei Kosten. Wichtig zu wissen: Kosten für Bergungsflüge vom Schiff per Hubschrauber oder die Ausschiffung mit einem Boot der Küstenwache werden auch in Europa in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Rettungsflüge von einer ausländischen Hafenstadt zum Heimatland werden nie übernommen.
Bei Privatversicherten kommt es darauf an, welcher Leistungsumfang mit der Versicherung vereinbart ist. Aus diesem Grund ist eine Auslandskrankenversicherung auf einer Kreuzfahrt nahezu unverzichtbar. Eine Reiserücktrittskostenversicherung ist ebenfalls sinnvoll, denn Kreuzfahrten mit Kindern werden gerade aufgrund der Bindung an Schulferien oft lange im Voraus gebucht. Wer eine Reise krankheitsbedingt absagen muss, den schützt die Reiserücktrittskostenversicherung vor hohen Stornokosten.
Kinderlärm
Die großen Hochseeschiffe sind fast schon eine kleine Stadt für sich. Da gehören zum Alltag natürlich Kinder und Jugendliche dazu. Es gehört zum sozialen Miteinander, dass ein Passagier Kinderlärm an Bord ertragen muss. Gleichwohl landen solche Streitfälle zwischen Urlaubern und Reiseveranstaltern regelmäßig vor Gericht. Das Amtsgericht Rostock
(Az. 47 C 278/19) hat entschieden, dass
Kindergeschrei bei den Mahlzeiten grundsätzlich hinzunehmen ist. Fehlende Essmanieren von Kindern im Restaurant sind ebenfalls kein Reisemangel, sondern kindliches Verhalten zählt als reine Unannehmlichkeit (Landgericht Kleve, Az. 6 S 34/96).
Preisminderung bei Mängeln
Kommt es zu Reisemängeln während der Kreuzfahrt, beispielsweise zu einer Routenänderung, kann auch der Reisepreis für das mitreisende Kind gemindert werden, auch wenn seitens der Reiseveranstalter gelegentlich das Argument vorgebracht wird, dass es einem Kind nicht auf die Ziele der Kreuzfahrt ankommt, sondern auf das Erlebnis an Bord.
Ebenso steht einem Kind, für das ein Reisepreis bezahlt wurde, ein Schadensanspruch auf entgangene Urlaubsfreude zu, sollte die Kreuzfahrt aufgrund von Reisemängeln erheblich beeinträchtigt sein oder vom Reiseveranstalter abgesagt werden. Der Schadensersatzanspruch kann jedoch nicht geltend gemacht werden, wenn sich der Reiseveranstalter entlasten kann. Das ist beispielsweise der Fall, wenn er darlegen kann, dass der Ausfall der Reise oder die erhebliche Beeinträchtigung durch Dritte verschuldet wurden oder auf unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände zurückzuführen sind.















